Spaziergang am Rhein in Köln-Niehl

Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich bin, dass ich meine olle Winterjacke weghängen konnte und leichtere Sachen tragen kann, dass es mir nach einer 3-minütigen Pause auf einer Bank nicht gleich eiskalt ist und es überall so wunderschön zart grünt. Willkommen Frühling!

Für das Durchscrollen meines Instagram-Accounts brauche ich jetzt doppelt so lange, weil alle Menschen Blümchen, blauen Himmel und schöne Landschaften fotografieren! ;-) Da wollte ich mich natürlich nicht lumpen lassen und bin auch losgezogen.

Ich bin schon an der Friedrich-Karl-Straße losgegangen und habe dort diese herrlichen Bäume entdeckt.

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Aber wenn man mit der Bahn kommt, empfehle ich, mit der 16 zur Haltestelle „Niehl, Sebastianstraße“ zu fahren. Dort geht man dann längs der Bahnlinie Richtung Rhein. Auf jeder Seite der Linie führt ein Weg entlang, ich habe den hinteren, weiter stadtauswärts liegenden Weg benutzt.

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Am Ende dieses Weges muss man links abbiegen und noch einige Meter durch Alt-Niehl laufen und dann am besten auf dem kleinen Weg „In der Maienkammer“ Richtung Rhein gehen, dort führt auf der anderen Straßenseite des Niehler Damms ein Fußweg zu der Brücke, die über den Niehler Hafen geht.

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Ein bisschen hatte ich gehofft, eine Schafherde anzutreffen…

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Kölnisches Stadtmuseum – Vom Riesenfloß bis zur Ritterrüstung

*Räusper* Ich war letzte Woche zum ersten Mal im Stadtmuseum im Zeughaus. Ich lebe seit 1978 in Köln. Ja, ich schäme mich! Und dumm war es zudem – ich habe echt was verpasst. Leider konnte ich auch gar nicht alles nachholen, denn das Museum besitzt einen reichen Schatz an Zeugnissen der Kölner Geschichte und stellt davon immer nur einen winzigen Teil aus, mehr passt einfach nicht in das Gebäude. Auch die Dauerausstellung ist daher gar nicht so dauerhaft, sondern wechselt immer mal ihre Exponate.

stadtmuseum-2016-03-31 11.47.52Da so viele unterschiedliche Dinge ausgestellt werden, wirkt das Museum auf den ersten Blick wie ein unzusammenhängendes Sammelsurium. Das ist es aber nur teilweise – viele Bereiche sind sehr gut strukturiert und bieten einen guten Überblick über das jeweilige Thema. Besonders gut gefällt mir, dass viele Objekte zwar aus Köln stammen, aber beispielhaft für die komplett-deutsche oder europäische Geschichte sind. Daher dürfte das Museum auch für Besucher interessant sein, die keine großen Köln-Fans sind.

Ein ganz großes Kompliment mache ich den Texten zu den Ausstellungsstücken – sie sind so kurz, dass man sie ohne Ermüdung gut lesen kann und doch erstaunlich informativ. Zudem werden Audio-Guides in verschiedenen Sprachen angeboten – auch spezielle für Kinder – die habe ich aber vorerst nicht ausprobiert.

Im Erdgeschoss geht es besonders breit gefächert zu: vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit werden Objekte ausgestellt. Dabei sind zwei sehr unterschiedliche Autos, die in Köln produziert wurden, ein Auto aus dem Jahr 1901 (mit Kerzen in den Scheinwerfern!) und ein Ford Taunus 17 M aus den 1960er Jahren. Puppen aus dem Hänneschen-Theater fehlen ebenso wenig wie Kölsch-Gläser unterschiedlichsten Designs oder Gemälde Kölner Maler aus verschiedenen Epochen.

Sehr berührend fand ich die Ausstellungsstücke aus der Zeit des Nationalsozialismus. Darunter sind Wahlergebnisse aus Köln, eine Uniform der Hitlerjugend, ein Mutterverdienstkreuz einer Kölnerin, Tafeln über die „Rassenlehre“ und viele weitere Objekte – alles gut erklärt.

Der Eingang befindet sich auf der vom Appellhofplatz abgewandten Seite an der Zeughausstraße.
Der Eingang befindet sich auf der vom Appellhofplatz abgewandten Seite an der Zeughausstraße.

Es gibt viele Stadtpläne und Modelle von Köln zu verschiedenen Zeiten. Obwohl ich natürlich wusste, dass der Bau des Doms sehr lange gedauert hat, wurde mir erst in dieser Ausstellung bewusst, wie lange die Kölner mit dem halb fertigen Dom lebten und wie prägend das gewesen sein muss. Zur Erinnerung: Der Bau wurde am 15. August 1248 nach einem Plan des Dombaumeisters Gerhard von Rile begonnen und bis etwa 1530 fortgesetzt. Im 15. Jahrhundert war man schon nur noch mit sehr geringem Eifer bei der Sache. Erst 1842 fand die Grundsteinlegung des „zweiten Bauabschnitts“ statt und 1880 war der Dom dann endlich vollendet. Deswegen wurde jahrhundertelang Köln historisch korrekt mit dem halben Dom (mit einem Baukran auf der Spitze) dargestellt, nur der eine oder andere Künstler malte sich schon einmal aus, wie das Gotteshaus wohl fertig aussehen könne.

Weiterhin befinden sich im Erdgeschoss Ritterrüstungen, der riesige Kölsche Boor, in den man während des ersten Weltkriegs gegen eine Spende einen Nagel einschlagen konnte (auf diese Weise nahm man 1,5 Mio. Mark ein) und diverse Funde aus der Zeit des Mittelalters.

Die Treppe zum ersten Stock zieren verschiedene Portraits berühmter Kölner sowie ein Durchschnitt der Erdschichten unterhalb des Heumarktes, ungefähr vom Jahre 0 bis heute.

Oben wird die Lebenswelt der Menschen um das Jahr 1900 dargestellt, Portraits berühmter Kölner Familien zieren die Wände, einige Möbel zeigen, wie man früher lebte und man erhält einen Einblick in das jüdische Köln vor dem zweiten Weltkrieg. Der Künstler Wolfgang Stöcker, der an vielen Stellen Kölns Staub entnommen und teilweise mit Wachs zu kleinen Figuren verarbeitet hat, stellt seine Arbeiten in einem kleinen Bereich aus.

Ganz neu für mich war, dass man früher in den Niederlanden, aber auch der Kölner Umgebung nicht mehr genug Holz hatte und dass aus Gegenden wie dem Schwarzwald riesige Flöße aus den geschlagenen Baumstämmen gebaut wurden, die dann den Rhein hinunter trieben. Diese Gefährte waren bis zu 300 Meter lang und 30 Meter breit und mit Hütten versehen, in denen die 400 oder mehr Menschen lebten, die mit ihren Rudern dafür sorgten, dass das Floß sicher an seinem Ziel ankam. Das Modell eines solchen Floßes ist wirklich sehenswert.

Bei rund 5000 Ausstellungsstücken sollte es klar sein, dass ich hier nicht alles beschreiben kann und will. Aber vielleicht habe ich einige meiner Leser ja motivieren können, auch einmal dieses vielseitige Museum zu besuchen, das würde mich freuen!

Infos:
KÖLNISCHES STADTMUSEUM
Zeughausstraße 1–3
50667 Köln
Telefon: 0221/221-25789
http://www.museenkoeln.de/koelnisches-stadtmuseum
Öffnungszeiten: 10 bis 17 Uhr, Dienstag 10 bis 20 Uhr, KölnTag 10 bis 22 Uhr, Montag geschlossen
Preise: Ständige Sammlung: Eintritt € 5,00, ermäßigt € 3,00 (Studierende usw.)
Sonderausstellungen (Alte Wache): Eintritt € 5,00, ermäßigt € 3,00
Kombikarte (Sonderausstellungen und Ständige Sammlung): Eintritt € 7,50, ermäßigt € 5,00

Diskussion um neue Schulen in Modulbauweise

Tatsächlich scheint es Streitigkeiten um den Bau diverser, dringend benötigter Schulen zu geben. Köln plant, sechs Schulen in Modulbauweise zu errichten, weil die benötigten Bauzeiten deutlich unter denen von regulären Gebäuden liegen und die Preise viel moderater sind. Das Schulamt hat dem Plan bereits zugestimmt und auch der Stadtrat wird vermutlich in einigen Wochen seine Einwilligung geben.

Schon wird Kritik laut. Der Schulbau in Köln hat eine lange Tradition, die für zum Teil außerordentliche architektonische und städtebauliche Qualität steht, so der Kölner Stadt-Anzeiger in seinem Artikel vom 9. März 2016. Und dann wird ein Mitglied des Bundes der Deutschen Architekten in Köln zitiert, das von einer „Bankrotterklärung der Gesellschaft“ spricht, wenn man nun „Container-Typenbauten“ einkauft. Im Kommentar-Artikel des Stadt-Anzeigers klingt das schon wesentlich milder, hier sieht der Autor ein, dass diese Schulen einfach dringend benötigt werden und sorgt sich hauptsächlich darum, ob auch ästethische Gesichtspunkte berücksichtigt werden, da etliche der geplanten Schulen mitten im jeweiligen Veedel liegen.

Hier die beiden Artikel:

http://www.ksta.de/koeln/kommentar-zu-systembau-schulen-das-aussehen-ist-nicht-egal-23691416

http://www.ksta.de/koeln/systembau-koeln-soll-schulen-von-der-stange-bekommen-23689496

 

Das Gelände des ehemaligen Nippes-Bades wartet seit Jahren auf die Bebauuung
Das Gelände des ehemaligen Nippes-Bades wartet seit Jahren auf die Bebauuung

Abgesehen davon, dass hier Modulbauweise und Container-Bauten in einen Topf geworfen werden, was einfach nicht korrekt ist – dazu später mehr – sieht man meiner Meinung nach einfach nicht die Gesamtsituation. Wir brauchen dringend Schulen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Bau städtischer Gebäude sich endlos in die Länge zieht und am Ende meistens doppelt so teuer ist, wie anfangs geplant. Deswegen eine Bauweise zu wählen, die schnell und kostengünstig ist, ist alternativlos. Sonst müssen wir 15 Jahre auf die Fertigstellung der Schulen warten und ob sie dann noch alle gebraucht werden, und an diesen Standorten, ist schlecht vorhersehbar.

Viele unserer Schulen sind in einem solch schlechten Zustand, dass sie eigentlich geschlossen werden müssten. Die Schüler des Barbara-von-Sell-Berufskollegs lernten jahrelang bei zugenagelten Fenstern, weil vorher einige Scheiben herausgefallen waren. Kabel und Rohre lagen offen. immerhin wird dort jetzt saniert. Das Drei-Königs-Gymnasium in Bilderstöckchen besteht derzeit gefühlt aus mehr Bauzäunen denn Wänden, weil öfter mal Steine aus der Fassade brechen. Die Liste weiterer Mängel ist groß. Kleinere Renovierungen wie Streichen übernehmen häufig die Eltern. Es ist angeblich einfach kein Geld da. In dieser Situation wollen wir Architektenwettberbe für neue Schulen ausrufen und Aufträge an teure Planungsbüros vergeben?

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Die Peter-Ustinov-Schule in Nippes mit hübschem, aber nicht atemberaubendem Neubau

Zudem wird der Eindruck erweckt, Köln bestehe bisher nur aus Schulen, die architektonisch so schön sind, dass eigentlich täglich Touristenströme anreisen müssten, um sie zu bewundern. In meiner Umgebung (Nippes) befinden sich etliche Schulen. Die Peter-Ustinov-Realschule, die kürzlich einen ganz hübschen Holzbau bekommen hat, besteht sonst aber nur aus ein paar mehrstöckigen Klötzen. Das Barbara-von-Sell-Berufskolleg ist ein Schulstandardbau, wie er im Buche steht, vermutlich aus den 1970er Jahren. Das Erich-Kästner-Gymnasium in Niehl ist ein ebensolcher schmuckloser Standardbau. Das Leonardo-Da-Vinci-Gymnasium sticht heraus, weil es sich in einem historischen Gebäude befindet, das zudem gerade jahrelang saniert wurde.

Ich selbst bin in den 1980er Jahren in einem Neubau zur Schule gegangen (Gymnasium Fühlinger Weg, heute Heinrich-Mann-Gymnasium). Die Wände bestanden innen aus rohem Beton. Jeder Trakt hatte im Treppenhaus andersfarbig gestrichene Türen, das war der besondere innenarchitektonische Clou. Viele Fenster ließen sich nicht öffnen, weil Säulen direkt davor standen. Das Pädagogische Zentrum, das als Teil des Pausenraums und Aula fungierte, musste irgendwann geschlossen werden, weil es sicherheitstechnisch gar nicht für so viele Menschen ausgerichtet war. Ich wüsste nicht, warum eine Schule in Modulbauweise schlechter sein sollte…

Natürlich gibt es diese Schulbauten aus den letzten Jahren, die Wettbewerbe gewannen. Die offene Ganztagsschule der Grundschule „Buschfeldstraße“ ist zweifellos ein sehenswerter Bau. Ich fände es schön, wenn wir es uns in Köln irgendwann wieder leisten könnten, solche tollen Gebäude in Auftrag zu geben. Im Jahre 2016 geht das einfach nicht.

Hier noch ein paar Infos zur Modul- versus Container-Bauweise.

Module sind vorproduzierte größere Bauteile, die dann vor Ort zusammengebaut werden. Da die Fertigung in großen Hallen erfolgt, ist man nur an der Baustelle selbst vom Wetter abhängig. Viele Arbeitsschritte können gleichzeitig nebeneinander erledigt werden, während sie bei herkömmlicher Bauweise nacheinander ausgeführt werden müssen. Die gesamte Bauweise ist deutlich kostengünstiger als das Setzen von Stein auf Stein. Da die Teile durchaus individuell angefertigt werden, kann das Ergebnis extrem unterschiedlich sein. Gebäude in Modulbauweise gewinnen auch mal Archtekturwettbewerbe.

Container dagegen haben meistens Standardgrößen und werden zu beliebig großen Bauten oder Dörfern zusammengesetzt. Auch wenn sie innen sehr individuell gestaltet sein können, sind sie von außen doch immer recht gleichförmig.

 

Leiko Ikemura Ausstellung im Museum für ostasiatische Kunst

ikemura-ausstellung-2015-12-03 11.15.49Noch bis zum 28.02.2016 könnt Ihr im Museum für ostasiatische Kunst die Ausstellung „All about Girls and Tigers“ der Künstlerin Leiko Ikemura sehen – sie wurde nämlich um einen Monat verlängert.

Ich empfehle Euch den Besuch des Museums wärmstens – Leiko Ikemura ist eine ausgesprochen vielseitige Künstlerin; von der über 3 Meter hohen Bronzeskulptur über viele Gemälde, die teilweise auch zu Filmen verarbeitet wurden und Fotografien bis zu einem Gedichtzyklus ist alles dabei.

Die Künstlerin, die als sehr junge Frau aus Japan auswanderte, in Spanien studierte und später in der Schweiz und Deutschland arbeitete und lebte, sieht sich eigentlich gar nicht in der asiatischen Tradition. Gemeinsam mit der Museumschefin Adele Schlombs wurden aber für diese Ausstellung nur Objekte ausgewählt, die zeigen, wie sehr Leiko Ikemura doch von der Kunst ihrer Heimat beeinflusst ist. Einige Gegenstände und Malereien aus dem Fundus des Museums wurden den Werken der Künstlerin gegenüber gestellt und zeigen Ähnlichkeiten auf.

Für mich als nicht-Kunstkennerin ist in einer Ausstellung immer wichtig, dass ich auch etwas entdecke, das ich „schön“ finden kann und davon gab es mehr als genug. Schon die Gemälde im ersten Ausstellungsraum gefielen mir gut in ihrer Mischung aus Abstraktion und chinesischer Landschaftsmalerei – ist das hier noch eine Mädchenfigur oder doch Teil der Landschaft? Oder beides?

Mein Highlight entdeckte ich im zweiten Raum – dort wurde die schon erwähnte über 3 Meter hohe Bronzeskulptur Usagi Kannon II gezeigt, deren Postkarte jetzt meinen Schreibtisch ziert.

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Es gibt mehrere Werke dieser Art und die Künstlerin schuf das erste nach der Katastrophe von Fukushima, um den Menschen nach Krieg und Katastrophen Trost zu spenden. Der offene Rock, der Meditation symbolisieren kann (man lässt die Leere in sich hinein, denkt an nichts), lädt in anderen Statuen (eine steht in St. Moritz an einem See) auch dazu ein, hineinzukrabbeln, innen erfährt man Schutz und es herrscht darin ein angenehmes Licht. Mehr erzählt die Künstlerin in diesem Video (auf englisch):  https://www.youtube.com/watch?v=pI-cC4Hp69Y

In Köln wird diese wunderschöne Statue mit dem geheimnisvollen Frauengesicht und den Hasenohren (Hasen gelten in Japan als Glücksbringer) in Kombination mit zwei weiteren Werken gezeigt. Hinter ihr läuft ein Film, der aussieht wie abstrakte Landschaften, die während einer Zugfahrt vorbeiziehen, später bewegt man sich auch am Wasser vorbei. Ikemura malt oft Bilder, die den Horizont (und ein bisschen mehr (Meer ;-) zum Motiv haben und die gefallen mir ausnahmslos sehr gut. Darüber ist ihre Stimme zu hören, die in japanischer Sprache einen Gedichtzyklus vorträgt, der in der Übersetzung und dem Original auch als Text ausliegt und mich so begeisterte, dass ich ihn komplett gelesen habe.

Ich will nicht auf jeden Ausstellungsraum eingehen, aber kurz noch ein paar Gedanken aufzählen:

  • Es gibt viele glasierte Keramik-Objekte, und diese Glasur hat einen herrlichen Glanz
  • Es gibt sehr originelle Geschöpfe als Keramiken
  • Ikemura malt oft nicht auf klassische Leinwand, sondern auf Jute, das eine gröbere Struktur hat – das führt zu einer ungewöhnlichen Optik
  • Die Kriegsbilder (und das Japan der Nachkriegszeit hat Ikemura nachhaltig beeinflusst) sind von großer Schönheit
  • Ich musste immer wieder die Bilder der liegenden, schlafenden Köpfe betrachten
  • Vergesst nicht, in den Innenhof des Museums zu schauen dort stehen auch noch Plastiken, ebenso wie rechts neben dem Eingang zur Ausstellung an der Stirnwand – gerade diese hat mir besonders gut gefallen (wieder Keramik).

Hier noch ein Link zu einem Video, Leiko Ikemura spricht (auf deutsch) über Raum, Farbe, Licht und anderes im Bezug auf ihre Malerei: https://www.youtube.com/watch?v=jPnGAyvk6go

Und hier die Ausstellungs-Seite, dort könnt Ihr Euch einige Werke ansehen und einen Eindruck von den Ausstellungsräumen gewinnen: http://www.museum-fuer-ostasiatische-kunst.de/pages/688.aspx?s=688

Da bei dieser Ausstellung die Sonderausstellung mindestens 90% der Ausstellungsfläche einnimmt, gibt es derzeit nur Tickets für diese gesamte Ausstellung, sie kosten € 9,50. Einige Ermäßigungen werden angeboten. Inhaber der Jahreskarte (ohne Sonderausstellungen) bezahlen € 3,50.

 

Neuer Wohnaccessoire-Laden in der Ehrenstraße: Granit

Seit einem knappen Jahr laufe ich nicht mehr dauernd am Rudolfplatz sowie der Ehren- und Breite Straße herum und schon entdeckte ich heute eine Vielzahl neuer Geschäfte. Da war Kiehl’s, ein „amerikanischer Apothecary“, dessen Hautpflegeprodukte angeblich sensationell sein sollen, diverse Boutiquen und der Wohnaccessoire-Laden Granit.

Granit - Wohnaccesssoires in der Ehrenstraße
Granit – Wohnaccesssoires in der Ehrenstraße

In letzterem erinnerte mich vieles ziemlich an Ikea und das ist auch kein Wunder, denn es handelt sich ebenfalls um eine schwedische Firma. Der Schwerpunkt liegt auf Aufbewahrungssystemen – Kisten und Schachteln in allen Größen aus Pappe, Metall, Kunststoff und Holz. Dazu kommen Schreibwaren, Taschen, Lampen, Kleiderstangen und vieles mehr. Alles sehr dezent, geradlinig und schön schlicht designt.

Leider sind die Preise deutlich höher als bei Ikea, aber das ist bei dieser Lage kein Wunder – die Ladenmieten sind nicht ohne…

Spaziergang über die Rodenkirchener Brücke

Mittlerweile kenne ich alle Kölner Brücken und nun (Ende November) sollte endlich auch die Rodenkirchener Brücke mal dran sein. Wie auch die Leverkusener Brücke ist sie mit einer Schallschutzwand für Fußgänger und Radfahrer ausgestattet, deswegen ist die Lärmbelästigung gar nicht so schlimm wie etwa auf der Zoobrücke.

Ich startete in Marienburg, da gibt es immer genug Fotomotive, wenn man Architektur mag. Und wie unterschiedlich die Häuser aussehen, davon könnt Ihr Euch bei den folgenden Bildern überzeugen:

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Nachdem ich Marienburg hinter mir gelassen hatte, ging es auf die Rodenkirchener Brücke, von der aus man einen zauberhaften Ausblick auf Köln hat. Leider war es etwas diesig.

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In Poll angekommen spazierte ich eine Weile Richtung Süden. Hier Rodenkirchen im Dunst:

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Und eine Eiche, die Ende November noch ihre Blätter festhielt.

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Dieses Gebiet mit großer Hundewiese heißt Westhovener Aue. Ich umrundete es und ging weiter innerlandes wieder zur Brücke zurück.

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An der Brücke steht ein Wäldchen.

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Hier am Rhein gibt es einige sehr interessante Häuser. Man wohnt wunderschön mit vielen Spazierwegen am Rhein und im grünen Umland von Poll.

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Wilde Tiere gibt’s auch, zum Beispiel diesen Mäusebussard:

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Eine sehr nette Tour und wer mag, geht bis zur Südbrücke weiter und gelangt so wieder ins linksrheinische Köln. Ich hatte an diesem Tag keine Lust mehr und habe den Bus genommen.

 

Spaziergang am Rhein zwischen Merkenich und Langel

Ich bin ja immer auf der Suche nach einfach zu erreichenden Orten, wo ich mal viel Landschaft sehe, aber keine ewig lange Anreise habe, zumal ich so ungern Auto fahre. In der Gegend bei Langel und Rheinkassel war ich zwar schonmal, aber ich denke, da zieht es mich jetzt öfter hin. Mit der 12 erreiche ich die Endhaltestelle in 20 Minuten. Zwar gibt es dort auch nicht gerade unberührte Natur, aber man kann das Auge schweifen lassen, der Rhein ist immer schön und einige spektakuläre Bäume wachsen dort auch. Eigentlich wollte ich bis Worringen wandern, aber da ich ja immer viel hin- und herlaufen und auf dem Boden herumkriechen und irgendwelche Blätter, Tierchen oder seltsame Perspektiven fotografieren muss, dauerte es mir zu lange und ich habe nur die Strecke Merkenich – Kasselberg – Rheinkassel – Langel geschafft.

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Da habe ich nicht zu viel versprochen, was die Bäume angeht, oder?

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Farbkleckse gibt es auch an grauen Tagen:

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Und wenn man zur rechten Zeit kommt, kann man in Kasselberg auch einkehren.

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Ausflugstipp: Wandern bei Bornheim Brenig

Nachdem ich im letzten Jahr schonmal bei Hürth Kendenich gewandert bin, zog es mich diesmal noch weiter in den Süden. Bei Bornheim finden man ein sehr änliche Landschaft, etwas oberhalb des Rheins mit nicht zu hohen Hügeln. Auch von hier aus kann man noch gen Köln gucken – am Wendepunkt der Rundwanderung allerdings auch nach Bonn. Ich mag diese Gegend sehr und gerade jetzt im Frühjahr blühten hier unzählige Obstbäume und der Duft war traumhaft. Viele kleine Wege, die nicht oder kaum von Autos genutzt werden oder sowieso nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben sind, durchziehen den Landstrich zwischen Köln und Bonn – ein Paradies für Wanderer, die zwischen Feldern, Wiesen und Wäldchen immer genau da lang spazieren können, wo es sie hinzieht und nicht mühsam einen neuen Weg suchen müssen.

Ich jedoch habe mich an eine feste Wanderroute gehalten, nämlich diese hier: http://www.outdooractive.com/de/wanderung/region-koeln-bonn/heimatblick-bornheim-rhein-mit-hunden/101703536/

Da ich nicht gern Auto fahre, bin ich mit der Linie 18 von Köln angereist und in Dersdorf ausgestiegen. Man ist (von der Haltestelle Neusser Str./Gürtel in Nippes) etwa eine Stunde unterwegs. Sonntags muss man etwas aufpassen, weil nur einmal pro Stunde eine Bahn fährt. Die Linie 18 ist öfter unterwegs, aber dann nur bis Klettenberg.

Wer nur in freier Natur unterwegs sein mag, findet diese Strecke vielleicht nicht so schön, weil man ausführlich das Dorf Brenig erkundet und auch sonst bei den vielen Aussichtspunkten immer wieder durchaus urbane Industrieanlagen und den Ort Bornheim in der Ferne sehen kann. Mir hat der Mix aus gepflegtem Dorf, viel Ausblick und noch viel mehr Grün aber sehr gut gefallen!

Dellbrücker Heide und Höhenfelder See

Im Norden Dellbrücks liegt ein kleines aber feines Naturschutzgebiet, die Dellbrücker Heide. Allein wäre sie eher etwas für einen kurzen Spaziergang, jedoch schließt sich der Höhenfelder See an und schließlich gelangt man nach Dünnwald mit dem Wildtierpark und anderen Naherholungsgebieten, so dass für eine ausgiebige Wanderung gesorgt ist, wenn man denn möchte.

Ich wollte die Wandersaison eher mit einem Spaziergang einleiten und fuhr mit der S-Bahn-Linie 11 bis zur Haltestelle „Dellbrück“. Von dort aus spaziert man nur ein paar Meter durch ein Wohngebiet, den Anemonenweg entlang, der quasi direkt zum Eingang der Dellbrücker Heide führt. Anhand der mit großen Betonblöcken gepflasterten Straßen sieht man, dass das Gebiet einmal militärisch genutzt wurde, die entsprechenden Gebäude sind jedoch 2008/9 abgerissen worden. Der BUND und die Eigentümerin des Geländes, die Stadt Köln, arbeiten daran, die Landschaft zu renaturieren und bereits jetzt fällt der Artenreichtum auf.

Ich machte einen kurzen Abstecher zu dem kleinen Heideteich und kehrte dann wieder auf dem Weg zurück und erreichte bald den Höhenfelder See. Nach einem Mini-Picknick umrundete ich den kleinen See halb und ging dann zum Kalkweg hoch – von hier aus nahm ich die Buslinie 154 zurück zur S-Bahn. Das war ein netter Spaziergang von etwa 90 Minuten, inklusiv etlicher Foto-Pausen. Ich hätte locker noch einmal so lange durch den Dünnwalder Wald laufen können oder stundenlang nach Osten, Richtung Bechsiefen und Odenthal.

Lindenthaler Tierpark

Letzte Woche habe ich – wie schon hier berichtet – den Lindenthaler Tierpark besucht. Die kleine Anlage ist ein echter Knaller – vielen Dank an alle, die hier ehrenamtlich und durch Geldspenden den Betrieb aufrecht erhalten. Das Gelände liegt im Stadtwald und ist am besten mit der Bahn Linie 13 (Haltestelle Wüllnerstraße) oder 7 (Haltestelle Brahmsstraße) zu erreichen. Hunde dürfen nicht mit hinein.

Der Tierpark ist nicht groß und zeigt einige Vögel, vor allem verschiedene Hühnervögel, Gänse und Enten, die allerdings derzeit nicht frei zugänglich sind, weil wegen Krankheitserregern einige Gehege geschlossen sind.

Außerdem laufen Damhirsche und Soayschafe frei herum. Die Hirschart ist kleiner als die bekannteren Rothirsche und sehr zutraulich, vor allem, wenn man eine Packung des im Park erhältlichen Tierfutters in der Hand hält. Auch die Soayschafe freuen sich über die grünen Pellets. Kinder lieben es, diese und andere Tiere zu füttern.

Weiterhin werden etliche Ziegen- und Schafarten gehalten, drei schottische Hochlandrinder und mehrere Esel. Alle freuen sich über Futter und sind gut zu beobachten.

Sitzgelegenheiten gibt es überall, auch eine kleine Spielhütte für Kinder. Sucht man einen Spielplatz, verlässt man das Gelände am Hintereingang, überquert die Brücke über den Kanal und wendet sich nach rechts. Nach 100 Metern ist ein größerer beschatteter Spielplatz erreicht.