No Go für Nazis in Köln

Roncalli-Platz mit der Anti-Rechts-Demo
Roncalli-Platz mit der Anti-Rechts-Demo

Pünktlich um 9 Uhr fanden wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf dem Roncalliplatz ein, auf dem die große Anti-Rechts-Kundgebung stattfand – die Gegendemonstration zum „Anti-Islamisierungskongress“, zu dem die Partei „Pro Köln“ andere rechte Organisationen und Parteien Europas eingeladen hatte.

Köln ist eigentlich eher für seine Toleranz bekannt. Doch „Pro Köln“ machte seinen Kongress unter anderem an dem umstrittenen Moschee-Bau in Ehrenfeld fest. Der Schuss ging nach hinten los.

Köln ist bunt, nicht braun
Köln ist bunt, nicht braun

Die rechten Kongress-Teilnehmer waren in Köln nicht eben wohlgelitten – sie wurden mit Farbsäcken beworfen und trafen überall auf Gegendemonstrationen. Offenbar hatten sich Kölner Taxifahrer abgesprochen, so dass sie von einer stundenlangen Irrfahrt auf dem Rhein nicht abgeholt wurden. Aus dem gebuchten Hotel, dem Holiday Inn am Flughafen wurden sie wieder hinausgeworfen.
Zu der großen Kundgebung auf dem Heumarkt erschienen schließlich nur kläglich wenige Menschen – weniger als hundert. Zwar warteten am Köln-Bonner Flughafen noch etwa 150 weitere Rechte darauf, nach Köln zu gelangen, doch sie saßen aus Sicherheitsgründen erstmal am Flughafen fest.

Schwule und lesbische Chöre
Schwule und lesbische Chöre

Währenddessen war der Heumarkt von vielen hundert Gegendemonstranten umzingelt, teilweise Angehörige linksextremer Gruppen, die leider durchaus gewaltbereit waren und von der Polizei zurückgehalten werden mussten.

Auf dem Roncalliplatz dagegen versammelten sich tausende Menschen völlig friedlich und hörten dem Konzert von Tommy Engel und den Reden verschiedener Politiker zu. Oberbürgermeister Fritz Schramma sagte, er sei stolz auf Köln und nahm sehr deutliche Worte in den Mund: „Rassisten im bürgerlichen Zwirn“ wollen wir nicht in unserer Stadt.

Das war wohl die Meinung aller rund 50.000 Gegendemonstranten, die sich auf dem Roncalliplatz versammelten, dann zum Gürzenichplatz zogen und insgesamt einen Ring um die jämmerlich kleine Menschengruppe auf dem Heumarkt bildete.

Auf dem Weg zum Gürzenich
Auf dem Weg zum Gürzenich

Vertreten waren neben sehr vielen ganz normalen, unorganisierten Kölnern diverse Gewerkschaften, z. B. ver.di, die Grünen, die JuSos, schwule und lesbische Gruppen, z. B. Stimmfusion, die Vereinigung der lesbischen, schwulen und schwul-lesbischen Chöre Kölns, Transen gegen Rechts, Frauenvereinigungen und viele, viele mehr. „Köln ist bunt, nicht braun“ hieß es den Plakaten oder „No Go für Nazis“.

Bei mir bleibt ein zufriedenes Gefühl übrig. Die Rechten müssen einfach mitbekommen, dass sie wirklich nichts erreichen konnten. Außer, dass die Stimmung vielleicht pro-muslimischer geworden ist als sie vorher war…

Polizeiaufgebot an der Bühne am Gürzenichplatz
Polizeiaufgebot an der Bühne am Gürzenichplatz

Schön übrigens der Spiegel-Artikel hier:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,579458,00.html

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One thought on “No Go für Nazis in Köln

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