Beiträge vom November, 2009

Origami und das Herz der Erleuchtung im Museum für Ostasiatische Kunst

Montag, 23. November 2009 19:36

Blick auf das Museumscafé vom Aachener Weiher aus

Blick auf das Museumscafé vom Aachener Weiher aus

Das Museum für Ostasiatische Kunst ist zweifelsohne mein Lieblingsmuseum in Köln. Ich liebe die feinen Linien, die phantasievollen Drachen und Löwen, den kraftvollen oder ganz zarten Pinselschwung und die unfassbar schönen Stoffe aus China, Japan und Korea.

Vor einigen Monaten habe ich an einer Führung teilgenommen – da ging es um Textilien – und neulich habe ich entdeckt, dass es einen Origami-Kurs geben wird. Da ich schon öfter mal Origami in Büchern angeschaut habe und beim Anblick der Erklärungen aber gleich wusste: “Das wird nichts!” ergriff ich diesmal die Chance. 28 EUR plus 5 EUR Materialkosten sollte der zweitägige Kurs (insgesamt 5 Stunden) kosten.

Zu meiner Überraschung machte die Kursleiterin dann aber auch noch kleine Führungen durch das Museum. Am ersten Tag erzählte sie uns etwas über den Museumsgründer Adolf Fischer, der vor genau 100 Jahren das Museum eröffnet hatte.

Adolf Fischer war Sohn eines Wiener Industriellen und versuchte sich erst einmal als Schauspieler, doch eine Theatertournee setzte seiner Gesundheit zu, so dass er diesen Beruf aufgab. In Italien studierte er die dortige Kunst, reiste zweimal nach Ägypten und 1892 nach Japan – kurz nachdem das Land seine Grenzen für Ausländer geöffnet hatte. Dort kaufte er Unmengen von Kunstgegenständen ein, die er dann in einer großen Wohnung in Berlin ausstellte.

1897 heiratete er eine Lehrerin, Frieda, die sich alsbald ebenso für ostasiatische Kunst interessierte wie ihr Mann und ihn auf seinen Reisen begleitete. Die Fischers schenkten ihre umfangreiche Sammlung schließlich dem Preussischen Staat, de facto dem  Völkerkundemuseum in Berlin.

Blick auf den Innenhof des Museums für Ostasiatische Kunst in Köln

Blick auf den Innenhof des Museums für Ostasiatische Kunst in Köln

Anfang des 20. Jahrhunderts plante Adolf Fischer ein eigenes Museum für asiatische Kunst. Verhandlungen mit der Stadt Kiel waren schon weit fortgeschritten und die Fischers hatten weitere Reisen unternommen, um für den Bestand des Museums einzukaufen. Doch dann zerschlug sich der Plan – Kiel war nicht in der Lage, genügend Mittel zur Verfügung zu stellen. Am 21. Juni 1909 wurde der Vertrag für das Museum für Ostasiatische Kunst in Köln unterzeichnet.

Das Museum wurde im neoklassizistischem Stil nahe des heutigen Hansarings gebaut, im Inneren jedoch war es sehr schlicht gehalten, damit die Ausstellungsstücke in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken konnten. Heute erinnert der Name “Adolf-Fischer-Straße” an den Museumsgründer.

Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Das 1977 nach den Plänen des japanischen Architekten Kunio Maekawa (1905-1986) errichtete neue Museum zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Nachkriegszeit in Köln. Die schöne Lage am Aachener Weiher und das sehr gute Museumscafé machen das Museum zu einem tollen Ausflugsziel.

Ausführlicher wird die Geschichte des Museums hier beschrieben:
http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/mok_0910_100Jahre/100Jahre.asp

Das (und mehr!) haben wir gefaltet

Das (und mehr!) haben wir gefaltet

Nach der kurzen Führung fingen wir im Raum “Drachenwerkstatt” mit dem Falten des Papiers an. Sternchen, Nikoläuse, ein Umschlag und ein Engel standen auf dem Programm. Letzterer wollte allerdings niemandem so richtig gefallen – im halbfertigen Zustand sah er aus wie Batman, später dann eher wie ein Transformer fand ich.

Am nächsten Tag zeigte uns die Kursleiterin einen Teil der Ausstellung “Das Herz der Erleuchtung”. Ende des 6. Jahrhunderts glaubten einige Buddhisten daran, dass das Ende der Welt bevorstand. Auf sieben Bergen rund um die Stadt Zoucheng meißelten die Gläubigen Texte aus den heiligen Schriften des Buddhismus in den Fels, um diese Weisheit auch über eine Apokalypse hinaus retten zu können. Jetzt, über 1500 Jahre später, wurden diese Felswände zum ersten Mal ausführlich dokumentiert und die Texte, die weitgehend gut erhalten sind, mit Abreibungen kopiert. Diese Abreibungen und Fotos der Originalschauplätze bilden einen Teil der Sonderausstellung.

Anschließend lernten wir in der Drachenwerkstatt, aus viereckigem Papier ein gleichschenkliges Dreieck zu machen – ganz ohne Zirkel und Lineal (aber mit ähnlicher Technik!). Daraus wurde eine Aufbewahrung für ein kleines Geldgeschenk oder andere flache Gegenstände. Schließlich kamen wir zum Meisterstück: ein dreidimensionales Objekt. Dazu mussten sechs Papiere zu einer recht komplexen Sternform gefaltet werden. Da wurde gefaltet, geraschelt und geseufzt, was das Zeug hält – “ist ja wie am Fließband hier!” Dafür ist das fertige Teil wirklich sehr hübsch geworden.

Ich kann sowohl die Kurse als auch die Führungen im Museum sehr empfehlen – man kann Fragen stellen, die Atmosphäre ist locker und Spaß macht alles sowieso!

Thema: Architektur, Freizeit, Kultur, Museum | Kommentare (0) | Autor: Petra

Postkarten-Laden, Breite Straße

Montag, 16. November 2009 11:10

Postkartenladen

Postkartenladen

Das ist mein Tipp natürlich für Postkarten, aber auch für kleine Geschenke.

Zuerst zu den Postkarten: Natürlich bekommt man Weihnachtskarten und Geburtstagskarten, sogar besonders schöne. Aber angefangen hat der Laden vor vielen Jahren mit Kunstpostkarten und davon findet man im Obergeschoss immer noch eine reiche Auswahl. Neben Malern sind vor allem Fotografen vertreten.

Viele kleine Geschenkartikel findet man hier: winzige Taschenlampen fürs Schlüsselbund, IPod-Kopfhörer in Form von Entchen, allerlei seltsame Taschen, Magnetklebeband, einäugige Plüschmonster – also eher Zeug, das man nicht unbedingt braucht oder wirklich sinnvoll benutzen kann, sondern originelle kleine Sachen.

Thema: Einkaufen | Kommentare (0) | Autor: Petra

Der dreckigste Geldautomat in Köln?

Montag, 16. November 2009 10:53

Bankautomat der Karstadt-Quelle-Bank

Bankautomat der Karstadt-Quelle-Bank

Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen? Der wahrscheinlich schmutzigste Geldautomat in Köln. Und wo befindet er sich? Im hintersten rechtsrheinischen Köln, in Porz? Oder Kalk? Chorweiler hat auch nicht so’n guten Ruf…

Aber nein, der Automat befindet sich auf der Breite Straße, am Karstadt-Gebäude, gegenüber des chicen Dumont-Carrés. Und es ist auch nicht so, dass da jemand irgendwas drauf geschmiert hat. Dieser Schmutz ist langsam gewachsen!

schmutzige Tasten

bäh!

Ob es Arcandor so schlecht geht, dass sie nicht einmal ihre Automaten putzen können? Naja, hauptsache, sie füllen Geld nach…

Thema: Allgemeines, Einkaufen | Kommentare (0) | Autor: Petra

Unser Bilderstöckchen soll schöner werden oder: Renovierungs-Boom

Sonntag, 15. November 2009 9:22

Ravensburger Straße mit Blick auf den Schiefersburger Weg

Ravensburger Straße mit Blick auf den Schiefersburger Weg

Was ist denn bitte schön im Bilderstöckchen los? Wir wohnen plötzlich mitten in einer Wüste aus Baugerüsten. Angefangen hat es, glaube ich, mit unserem übernächsten Nachbarhaus, Longericher Straße 39 bis 41 oder so. Gerüste wuchsen daran hoch, dann wurde der Dachstuhl ausgebaut und schließlich das Gebäude wärmegedämmt. Ist jetzt fast fertig. Danach wurde das hässlichste Haus der Stadt Christo-artig eingepackt – das muss im September oder so gewesen sein, da habe ich die Leute sehr bedauert, weil sie gar nicht lüften konnten. Manche haben Luftlöcher in die Folie geschnitten. Unter der Folie sieht man nicht, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind – aber jedenfalls sehen die Bewohner jetzt schon seit Monaten kein Tageslicht mehr, das ist sicher ganz wundervoll.

Danach waren die gammeligen Häuser am Schiefersburger Weg an der Reihe, da wo das neue Haus mit den Eigentumswohnungen steht – wurde auch Zeit, diese Häuser waren ein echter Schandfleck.

Bilderstöckchenkarte mit eingezeichneten Neubauten und Renovierungen

Bilderstöckchenkarte mit eingezeichneten Neubauten und Renovierungen

Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass auf der Geldernstraße seit Jahr und Tag ein Neubau nach dem anderen aus dem Boden sprießt – von denen einer übrigens seit Monaten Baustopp hat – und dass bei uns auf der Longericher Straße gerade ein Kinderheim neu gebaut wird und dass seit mehreren Jahren im Viertel, in dem früher die belgischen Soldaten wohnten, renoviert und neu gebaut wird und dass auch Am Bilderstöckchen in der Nähe der Bushaltestelle ein Neubau entsteht – ja dann fragt man sich: Was wird aus unserem angegammelten Bilderstöckchen mit den vielen Ausländern und bildungsfernen Schichten (so sagt man, ja?), in dem so viel CDU und selbst das rechtsradikale Pro Köln gewählt wurde wie sonst kaum irgendwo in Köln; also soll Bilderstöckchen jetzt in neuem Glanz erstrahlen? Und auch wenn das so ist, finde ich es originell mit den Bauarbeiten in den meisten Fällen rechtzeitig zum Wintereinbruch zu beginnen, aber ich kenne mich mit dem Bauwesen ja auch nicht aus!

Thema: Architektur, Stadtteile | Kommentare (0) | Autor: Petra

Friedrich-Karl-Straße 91

Freitag, 13. November 2009 19:21

Friedrich-Karl-Straße 91 in Köln Niehl

Friedrich-Karl-Straße 91 in Köln Niehl

An diese Adresse kann ich mich gut erinnern, denn in diesem Haus habe ich jahrelang gewohnt. Als meine Eltern und ich 1978 nach Köln zogen, war es unsere erste Adresse. Damals habe ich gelernt, dass Hochhäuser überhaupt nicht schlimm sein müssen. Unseres war supergepflegt, denn die meisten Bewohner waren auch Eigentümer. Sie waren entsprechend betucht, und es war ihnen wichtig, dass alles sauber und ordentlich war. Unser Hausmeister hat sich dann auch vorbildlich um alles gekümmert.

Ganz toll war natürlich die Aussicht. Wir wohnten mit Blick auf die Kölner Innenstadt, auch wenn Besucher den Dom nie erkannten, weil man auf ihn genau von der Seite guckte und deswegen nur einen Turm sah. An diesem Ausblick (aus dem 13. Stockwerk übrigens) habe ich mich nie satt gesehen… Leider war es recht laut, weil die Friedrich-Karl-Straße ja sehr befahren ist und man den Lärm von der Niehler Straße auch noch hörte.

Nun ist das Haus vor etlichen Wochen renoviert worden und sieht richtig chic aus – die Kölner Skyline ist hochkant drauf abgebildet! Ist das eine tolle Idee oder was?

Thema: Architektur | Kommentare (1) | Autor: Petra