Unser Bilderstöckchen soll schöner werden oder: Renovierungs-Boom

Ravensburger Straße mit Blick auf den Schiefersburger Weg
Ravensburger Straße mit Blick auf den Schiefersburger Weg

Was ist denn bitte schön im Bilderstöckchen los? Wir wohnen plötzlich mitten in einer Wüste aus Baugerüsten. Angefangen hat es, glaube ich, mit unserem übernächsten Nachbarhaus, Longericher Straße 39 bis 41 oder so. Gerüste wuchsen daran hoch, dann wurde der Dachstuhl ausgebaut und schließlich das Gebäude wärmegedämmt. Ist jetzt fast fertig. Danach wurde das hässlichste Haus der Stadt Christo-artig eingepackt – das muss im September oder so gewesen sein, da habe ich die Leute sehr bedauert, weil sie gar nicht lüften konnten. Manche haben Luftlöcher in die Folie geschnitten. Unter der Folie sieht man nicht, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind – aber jedenfalls sehen die Bewohner jetzt schon seit Monaten kein Tageslicht mehr, das ist sicher ganz wundervoll.

Danach waren die gammeligen Häuser am Schiefersburger Weg an der Reihe, da wo das neue Haus mit den Eigentumswohnungen steht – wurde auch Zeit, diese Häuser waren ein echter Schandfleck.

Bilderstöckchenkarte mit eingezeichneten Neubauten und Renovierungen
Bilderstöckchenkarte mit eingezeichneten Neubauten und Renovierungen

Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass auf der Geldernstraße seit Jahr und Tag ein Neubau nach dem anderen aus dem Boden sprießt – von denen einer übrigens seit Monaten Baustopp hat – und dass bei uns auf der Longericher Straße gerade ein Kinderheim neu gebaut wird und dass seit mehreren Jahren im Viertel, in dem früher die belgischen Soldaten wohnten, renoviert und neu gebaut wird und dass auch Am Bilderstöckchen in der Nähe der Bushaltestelle ein Neubau entsteht – ja dann fragt man sich: Was wird aus unserem angegammelten Bilderstöckchen mit den vielen Ausländern und bildungsfernen Schichten (so sagt man, ja?), in dem so viel CDU und selbst das rechtsradikale Pro Köln gewählt wurde wie sonst kaum irgendwo in Köln; also soll Bilderstöckchen jetzt in neuem Glanz erstrahlen? Und auch wenn das so ist, finde ich es originell mit den Bauarbeiten in den meisten Fällen rechtzeitig zum Wintereinbruch zu beginnen, aber ich kenne mich mit dem Bauwesen ja auch nicht aus!