Beiträge vom August, 2011

Straßenfest Lindenthaler Flair 2011 auf der Dürener Straße

Montag, 29. August 2011 14:39

Für alle, die in den nächsten Jahren hingehen möchten oder ähnliche Straßenfeste, z. B. am kommenden Wochenende, dem  3. und 4. September 2011 in Klettenberg und Sülz, besuchen möchte, hier ein kleiner Rückblick auf den gestrigen Lindenthaler Flair auf der Dürener Straße:

Vom Gürtel aus gelangte man zur für den Verkehr gesperrten Dürener Straße. Sowohl auf diese als auf der anderen Seite Richtung Universitätsstraße nutzten Autohändler den Platz am Rand um ihre Fahrzeuge zu präsentieren.

Nicht nur ansässige Läden präsentierten ihre Ware, vor allem Schuhe, Taschen und Schmuck gab es viel. Viele Vereine und gemeinnützige Organisationen sowie politische Parteien waren vertreten. Kölner Grün setzt sich für den Erhalt und die Verbesserung historischer Grünanlagen in Köln ein. Der Weiher im Kölner Stadtwald wurde z. B. von dieser Stiftung saniert.

Musik gab es live und vom Band. Diese Herren spielten jazzige Musik. Woanders gab es Pop und kölsches Liedgut.

Ab und an wurden auch etwas originelle Waren präsentiert, z. B. diese Holzwaren, oder Röcke und Taschengürtel aus bunten Stoffen. Türen und Fliegengitter, Immobilien, touristische Ziele und Artikel rund ums Haustier wurden angeboten. Und noch vieles andere!

Dieser seltsame Vogel machte auf der Zeltbühne an der Einmündung der Hans-Sachs-Straße Stimmung. Ich schaute mir hier kurz die Kindertanz-Darbietungen an, wurde aber von dem Song “Alle Kinder lernen lesen, Indianer und Chinesen, Selbst am Nordpol lesen alle Eskimos: Hallo Kinder, jetzt geht’s los!” vertrieben, wobei mich weniger der politisch unkorrekte Ausdruck “Eskimos” störte als vielmehr die Karnevalsmusik, mit der dieses Lied untermalt wurde.

Obwohl es an der ganzen Strecke “Fressbuden” gab, war der Karl-Schwering-Platz der zentrale Ort für hungrige Straßenfest-Besucher. Neben Flammlachs aus Finnland wurden Meeresfrüchte, Wein, Reibekuchen, bayrische Spezialitäten, Crêpes und noch einiges mehr angeboten.

Richtung Innenstadt kam Volksfest-Charakter auf. Dieses kleine Karussell, Schießbuden und Süßigkeiten à la Liebesäpfel und Zuckerwatte interessierten vor allem die Kinder.

Apropos Kinder: Diese Bungee-Trampoline machen immer wieder riesigen Spaß, weil die Kids damit richtig hoch springen können und sogar Saltos üben.

Hunde dagegen hatten deutlich weniger Spaß als Kinder, die meisten wirkten ziemlich gestresst vom Gedränge.

Dieses lustige Ding waren große Plastikrollen auf dem Wasser, in denen die Kinder wie in einem Hamsterrad laufen sollten – meistens gelang das aber nur mäßig gut.

Thema: Einkaufen, Essen - Trinken - Ausgehen, Freizeit, Kinder, Stadtteile | Kommentare (0) | Autor: Petra

Das Museum für angwandte Kunst und warum es mir nicht gefällt

Samstag, 13. August 2011 16:11

Das Museum für angewandte Kunst in Köln

Ich gestehe: Ich war bis gestern noch nie drin, im Museum für angewandte Kunst. Dabei interessiert mich das Thema eigentlich.

Gestern also frühstückte ich erst, um auch Kraft genug für die Besichtigung zu haben und entdeckte dabei das Highlight des Museums: den Innenhof, der als Biergarten für das Kaffeehaus Holtmann’s dient. Hier kann man frühstücken, Kaffee und Kuchen bekommen oder zu Mittag oder Abend essen. Gestärkt mit einem Künstler-Frühstück brach ich zur Besichtigung auf.

Auf dem Weg zum Café durchquert man schon das riesige Foyer, das recht beeindruckend gestaltet ist. Hier dreht sich alles um Design, z. B. an der Riesenregalwand über mehrere Etagen, in der verschiedene Gegenstände wie Möbel präsentiert werden.

Im Moment wird renoviert und daher ist die obere Etage nicht oder nur teilweise zugänglich. Das war mir nur recht, da ich sowieso nicht gern stundenlang durch Museen laufe und daher nur einen Ausschnitt besichtigen wollte. In der ersten Etage befindet sich die reguläre Ausstellung mit Gegenständen vom Mittelalter bis zum Jugendstil. Ich bewegte mich rückwärts in der Zeit und erfreute mich erstmal am Jugendstil, der mich fasziniert: Einerseits gab es ganz gradlinige Strukturen, wie die kubischen Sessel, andererseits die oft verschnörkelten und geradezu kitschigen Designs.

Das Museum präsentiert eine große Auswahl von Gegenständen: Zimmereinrichtungen, verschiedene Glasgegenstände wie Vasen, Trinkgefäße und Schalen, Keramik, Bilder, Schmuck und vieles mehr. Während ich mich langsam von Raum zu Raum vorarbeitete, wurde ich immer unzufriedener. Das liegt nicht an den schönen und hochinteressanten Ausstellungsstücken, sondern an der Präsentation. Kleine Schildchen geben Auskunft über das Herstellungsdatum, die Herstellungsweise und das Material des Stücks. Bei der Herstellungsweise bin ich schon überfordert – wer kennt sich schon mit den verschiedenen Techniken bei der Herstellung von Glaswaren aus? Ich hätte diese also aufschreiben und nachrecherchieren müssen.

Bei einem Schrank mit vielen vielen kleinen Schubladen und Fächern hätte mich interessiert, was man wohl üblicherweise darin aufbewahrt hat. Ein anderer Schrank war mit wunderbaren Intarsien-Arbeiten versehen, deren Muster etwas an den Künstler Escher erinnerten – jedoch war der Schrank deutlich älter als der 1898 geborene Niederländer. Waren solche Muster damals üblich? Was stellten sie dar?

Ein kleiner Informationstext zu einer großen Auswahl von Ringen wies darauf hin, dass ein Ring ja verschiedene Bedeutungen haben kann; ein Liebespfand, einfacher Schmuck usw. Statt dann wenigstens an einigen Exemplaren darzustellen, welchen Zweck sie erfüllt hatten, wurden die Ringe jedoch wieder nur mit kurzer Materialkunde und Jahreszahl gezeigt.

Nach der Hälfte der Exponate ging ich dann nur noch flott durch die einzelnen Räume und sah mir in jedem ein oder zwei Teile an, die mir gefielen.

Ja, heute erwartet man von einem Museum einfach mehr als nur das Ausstellen irgendwelcher Dinge.

Danach war die Sonderausstellung “Unpolished” über Junges Design aus Polen an der Reihe. Hätte ich nicht meine Museums-Jahreskarte und hätte die 3,50 Euro für das Ticket bezahlen müssen, ich hätte mich wirklich geärgert. Zum Einen waren es nur wenige Exponate, vielleicht 20, wenn man ganze Serien wie ein Set aus Schüsselchen als einzelnes Ausstellungsstück rechnet. Mir persönlich hat auch kaum ein Teil gefallen, bis auf die Spitzendeckchen aus Keramik vielleicht und drei der Lampen. Eventuell noch die Holzklammern mit eingearbeitetem USB-Stick. Alles andere war irgendwie recyclet oder in etwas ungewöhnlicher Form, wie die Gewürzbehälter, die wie Reagenzgläser aussehen, bei denen man das normalerweise abgerundete Ende ein bisschen unregelmäßig und spitz gestaltet hat. Das ist weder schön noch praktisch, nur irgendwie anders.

Zum Schluss drehte ich noch eine Runde durch die Design-Abteilung. Hier gefiel mir, dass sich den ganzen Raum entlang an der Wand eine Zeit-Linie zieht, in der zu jedem Jahr einige geschichtliche Fakten genannt werden und gelegentlich auch bestimmte Design-Informationen geliefert werden. Das hätte man jedoch auch noch deutlich konsequenter machen können. Hier war es nett, verschiedene Designs eines Gerätes nebeneinander zu sehen, z. B. etliche Radio-Apparate, Büro-Stühle usw.

Fazit: Das Museum ist sicher sehenswert und da ich nicht alles besichtigen konnte, kann ich auch kein abschließendes Urteil bilden. Aber die Sonderausstellung enttäuschte, ebenso wie die Präsentation der Objekte, zu denen der Besucher viel zu wenig Informationen erhält.

Thema: Bildung, Kultur, Museum | Kommentare (0) | Autor: Petra