Krieg der Buchläden in Nippes

Der alteingesessene Buchladen Neusser Straße
Der alteingesessene Buchladen Neusser Straße

Eigentlich hatten wir es in Nippes immer sehr schön und friedlich. Der Buchladen auf der Neusser Straße hatte nicht nur eine gute Auswahl an Büchern, er besorgt natürlich auch alles, was man haben will. Die Buchhändler, die dort arbeiten, sind wirklich kompetent und zudem freundlich, ich habe deswegen immer gern dort gestöbert. Mittlerweile ist auch sein Internetangebot ziemlich gut. Auch ein zweiter Buchladen, die Buchhandlung Blücherstraße, weiter nördlich, hat seit Jahren sein Auskommen in Nippes gefunden.

Mayersche Buchhandlung
Mayersche Buchhandlung

Nun machte aber kurz vor Weihnachten eine Filiale der Kette Mayersche direkt auf der Neusser Straße auf, mit einem ziemlich großen Warenangebot. Nicht nur Bücher, auch Geschenkartikel, Spiele und anderer Krimskrams werden angeboten. Ich bin gespannt – werden sich alle Buchläden halten können? Wenn nicht, täte es mir um den alten Laden sehr Leid. Leider kann ich ihn kaum unterstützen, weil ich mittlerweile hauptsächlich auf eBooks umgestiegen bin. Zwar gibt es auch da ein Konzept, wie man elektronische Bücher so kaufen kann, dass der Lieblingsbuchladen ein paar Prozente abbekommt, aber das gestaltet sich noch schwierig.

Ein Weltbild-Laden musste nach einigen Jahren am Standort Neusser Straße wieder geschlossen – ich wäre nicht traurig, wenn das auch die Mayersche täte. In Sülz teilen sich seit einiger Zeit mehrere Buchläden ihre Käufer, dort konnte die Mayersche wohl erfolgreich einsteigen.

So wirbt der Buchladen Neusser Straße für sich - direkt vor der Mayerschen!
So wirbt der Buchladen Neusser Straße für sich - direkt vor der Mayerschen!

Der Buchladen Neusser Straße jedenfalls schießt nun mit harten Waffen. „Klasse statt Masse“ prangt auf einem Fahrradständer direkt vor der Mayerschen und wirbt für den alteingesessenen Platzhirsch etwa hundert Meter weiter. Zu dem gehört seit ein paar Jahren übrigens auch das Geschäft „Nebenan“, in dem Kalender, Geschenkartikel, Postkarten, Kochbücher, fremdsprachige Bücher und Literatur über Köln verkauft werden. Da der Laden leer stand, mietete der Buchladen ihn für sein Weihnachtsgeschäft an. Das lief so erfolgreich, dass man dort nun dauerhaft stöbern kann.

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3 Replies to “Krieg der Buchläden in Nippes

  1. Liebe Autorin, auch ich kaufe meine Bücher in Nippes am liebsten in der Buchhandlung Blücherstraße. Trotzdem kann ich das „Beweinen“ der Konkurrenzsituation nicht nachvollziehen, wenn es im gleichen Atemzug heißt „Ich bin mittlerweile hauptsächlich auf eBooks umgestiegen“. Ob dem Buchladen Neusser Str. die Kunden ausgehen, weil diese zur Mayerschen gehen oder weil sie auf eBooks umsteigen, macht für den Buchladen Neusser Str. in letzter Konsequenz nun wirklich keinen Unterschied. Wenn man einen Buchladen am Leben halten möchte, dann wohl nur, in dem man auch dort Bücher kauft. Viele Grüße, Peer

  2. Lieber Peer, danke für Deinen Kommentar. Auch auf Facebook habe ich Dir schon geantwortet, nämlich dies:

    Jein – ich könnte ja auch meine eBooks im Laden kaufen. Virtuell geht das jetzt schon ansatzweise; der Buchhandel bietet eine Möglichkeit an, über ein bestimmtes Portal eBooks zu beziehen, dort kann man angeben, welcher Buchladen davon Prozente bekommt (ich glaube, es waren 10 oder 15). Noch lieber wäre es mir, ich könnte im Laden stöbern und dann da einen Gutschein kaufen oder direkt an einem Terminal das eBook auf mein Gerät laden. Wenn sich eBooks weiter verbreiten – und das werden sie – hoffe ich, dass Buchläden solche Möglichkeiten anbieten, ist ja schließlich nur in ihrem Interesse.

    Bücher sind Bücher, ob auf Papier oder im eBook-Reader – warum sollen Buchhandlungen also keine eBooks verkaufen?

  3. Liebe Petra,

    ich sehe es genauso wie Peer. Es macht wirklich keinen Sinn eine Buchhandlung zu beweinen wenn man selbst auf eBooks umsteigt. Zudem gibt es auch für Buchhändler die Möglich keit eBooks anzubieten (z.B. es im Ladenlokal zu kaufen und dort vor Ort direkt auf seinen eBook-reader zu laden; ähnliche Konzepte gibt es z.B. bei den Stadtbüchereien und die technischen Voraussetzungen können vom Geschäftsinhaber erworben werden).
    Somit kann ich dazu nur sagen: statt zu beweinen lieber wieder die Bücher „old school“ als gedruckte Version kaufen, oder ansonsten akzeptieren, das der Laden irgendwan nicht mehr existent ist weil er einfach die technische Entwicklung verschlafen hat. Nicht umsonst heisst es „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“. Somit wird der Bestand dieser alten Buchhandlung wohl eher aufgrund der verschlafenen Geschäftspolitik als aufgrund der Konkurrenz durch andere Buchläden zum Opfer fallen. VG Roland.

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