Urban Gardening Projekte in Köln

Wer neulich meine Facebook-Tipps gelesen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass mich die Themen Nachhaltigkeit und Urban Gardening interessieren.

Letzteres habe ich schon betrieben, als ich das Wort noch gar nicht kannte. Ich war nämlich mal stolze Besitzerin einer riesigen Dachterrasse und dort haben mein damaliger Freund und ich nicht nur Zierpflanzen angebaut, sondern auch Kräuter, Gemüse und Obst. Nun habe ich wieder einen recht großen Balkon und eine Terrasse und überlege schon, was ich da mache. Bestimmt werden Andenbeeren (auch Kapstachelbeere oder Physalis) kommen, ein Obstbäumchen, Pflücksalat und natürlich etliche Zierpflanzen, wobei die Sonnenblumen für die Finken dann auch wieder Nutzpflanzen sind – ich freue mich schon, wenn eine Horde hungriger Buntfinken unseren Balkon besetzen wird. :-)

Das war unsere Andenbeeren-Plantage auf der alten Terrasse, rechts sieht man die noch nicht reife Frucht - sehr lecker und Vitamin-C-reich
Das war unsere Andenbeeren-Plantage auf der alten Terrasse, rechts sieht man die noch nicht reife Frucht - sehr lecker und Vitamin-C-reich

Aber nicht nur jeder Einzelne ist wichtig beim Urban Gardening, es gibt auch viele Gemeinschaftsprojekte. In Ehrenfeld sind die Menschen besonders umtriebig, darüber habe ich hier schon berichtet:
http://www.leben-in-koeln.net/blog-post/2012/02/08/urban-gardening-in-ehrenfeld.html

Ein anderes riesiges Projekt ist das Neuland. Es handelt sich dabei um die große Brachfläche der ehemaligen Dom-Brauerei im Süden Kölns. Es sollte dort einmal ein Neubau für die FH entstehen, das Vorhaben ist jedoch gestorben. Nun ringen Stadt und Bürger darum, was dort passieren soll. Man könnte Wohnhäuser oder Bürogebäude bauen oder beides mischen. Ein Park wäre schön.

Da es auf jeden Fall Jahre dauern wird, bis die Bebauung beginnt, möchte Neuland dort einen mobilen Gemeinschaftsgarten entstehen lassen, in dem Nutzpflanzen gezogen werden, Menschen sich treffen und austauschen können und auch ungewöhnliche Pläne realisieren. Es gibt schon einige Arbeitsgruppen, andere sollen noch entstehen. Die Themen sind bisher Kompost/Erde, Hühnerhaltung, Bewässerung, Solarenergie, Gewächshausbau und Saatgutvermehrung.

Nun muss man dazu sagen, dass bisher die Nutzung für den mobilen Garten noch gar nicht offiziell genehmigt worden war, aber vor wenigen Tagen gab es eine Begehung des Geländes mit Vertretern des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, die erfolgreich war. Jetzt wird der belastete Boden durch Sand abgedeckt und darauf werden die Pflanzkisten gestellt – die Arbeiten sind bereits in vollem Gange.

Wer Interesse hat: Die Neuland-Gärtner treffen sich jeden Mittwoch um 12 und Samstag um 15 Uhr. Genaue Informationen findet man auf der Website oder bei Facebook.

Weiterhin gibt es ein Gartenprojekt in Kalk und dort geht es auch gerade wieder in die Pflanzsaison. Anregungen und Wünsche von Interessenten sind sehr willkommen, morgen ist bereits das nächste Treffen. Mehr Infos gibt es unter
http://pflanzstelle.tk.

Das ist noch nicht alles, aber wer ein bisschen googelt oder bei Facebook oder Twitter den entsprechenden Meldungen folgt, findet viele Hinweise selbst. Die diversen Projekte vernetzen sich auch gegenseitig sehr gut.