Grünanlagen in Köln, die keiner kennt

Das Waldlabor in Junkersdorf ist eine Mischung aus Park und Forschungsstätte
Das Waldlabor in Junkersdorf ist eine Mischung aus Park und Forschungsstätte

Ich lese regelmäßig die Pressemitteilungen, die die Stadt Köln herausgibt. Die sind interessant, wenn man sich für unsere Stadt interessiert, egal, ob dort gerechtfertigte Selbstbeweihräucherung betrieben wird, wie z. B. über erfolgreiche Rettungsmaßnahmen beim Summer Jam am Fühlinger See, oder ob Bauarbeiten angekündigt werden oder – und das sind meine Lieblingshinweise – ob Führungen angekündigt werden. Diese Führungen sind mal kostenlos, z. B. wenn sie vom Forstamt angeboten werden, mal kosten sie ein paar EUR, z. B. in der Flora.

Bei einer dieser Führungen lernte ich kürzlich das Waldlabor in Junkersdorf kennen. Mehr darüber hier:
http://www.leben-in-koeln.net/blog-post/2012/06/18/das-waldlabor-in-koeln-junkersdorf.html

Gut, das Waldlabor ist erst ein paar Jahre alt – kein Wunder, dass es noch nicht so bekannt ist.

Aber bei meinen Recherchen stieß ich heute auf den Landschaftspark Belvedere, von dem ich noch nie gehört hatte. Kein Wunder, es gibt ihn auch noch nicht so richtig, obwohl man seit 2002 an ihm arbeitet. Nun sehen die Arbeiten nicht so aus, dass man gärtnert und pflanzt (obwohl 2004 schon eine Eiche gepflanzt und mit Findlingen umgeben wurde, immerhin!), sondern man plant und lobt Wettbewerbe aus.

Aber ich bin ungerecht: Bereits 2011 wurden sogar zehn Hektar Wald gepflanzt. Es geht also in Riesenschritten voran.

Aber was und wo ist denn jetzt dieser Landschaftspark Belvedere? Es ist ein etwa 300 Hektar großes Gebiet zwischen der Eisenbahnlinie Köln-Aachen und dem Freimersdorfer Weg sowie der Autobahn A1 und der Militärringstraße. Damit reicht es bis an Bocklemünd, Ehrenfeld, Vogelsang, Müngersdorf, Lövenich und Widdersdorf.

Es ist ein Landschaftspark, also dürfen wir nicht an einen eine Parkanlage denken. Das Gebiet wird jetzt schon zu großen Teilen landwirtschaftlich genutzt und so soll es auch bleiben. Allerdings soll diese Nutzung für den Bürger erfahrbar gemacht werden – nicht nur dadurch, dass er irgendwelche Pflanzen auf den Feldern wachsen sieht, sondern er erhält auch Informationen über diese Pflanzen, z. B. in einer Wissenschaftsscheune. Damit es auch hübsch aussieht, soll neben der bisherigen Bewirtschaftung mit Weizen, Zuckerrübe und Gerste auch Wert auf blühende Nutzpflanzen gelegt werden. Neue Wege, die teilweise schon angelegt wurden führen zu den wichtigen Bestandteilen des Landschaftsparks, nämlich dem Fort IV, dem alten Bahnhofsgebäude Belvedere, den Zwischenwerke Va und Vb und dem Gut Vogelsang, in dem sich das Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung befindet, das auch die Wissenschaftsscheune und künftig einen Lehrgarten betreibt. Außerdem sind vier Aussichtsanlagen geplant, eine davon mobil, so dass besonders interessante landwirtschaftliche Nutzungsmuster von oben betrachtet werden können.

Klingt gut, oder? Ich war zuletzt vor einigen Jahren dort und werde mich demnächst umsehen und Fotos machen – Bericht folgt! Den diversen Publikationen lässt sich nämlich nicht entnehmen, wie weit diese Planungen schon umgesetzt wurden und die Website liegt seit vielen Jahren brach.

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