Großes Neubaugebiet in Zündorf geplant

Dass Köln unter massivem Wohnungsmangel leidet, ist nichts Neues. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass man sich nach größeren Flächen umsieht, um möglichst viel Wohnraum auf einmal zu schaffen.

Die rote Fläche markiert das geplante Neubaugebiet
Die rote Fläche markiert das geplante Neubaugebiet

Weit im Süden Kölns soll in Zündorf ein großes Neubaugebiet entstehen. Etwa 2250 Wohneinheiten sind geplant, davon sollen die Hälfte Einfamilienhäuser sein. Auch Mehrgenerationenhäuser und öffentlich geförderter Wohnungsbau sind ein Thema.

Die Lage ist trotz der weiten Entfernung zum Zentrum durchaus attraktiv, denn Zündorf besitzt einen idyllischen Dorfkern mit alten Fachwerkhäuschen und liegt sehr schön direkt am Rhein. Man muss nicht nach Köln fahren, um einzukaufen, weil im nahegelegenen Porz alle wichtigen Einrichtungen vorhanden sind, Supermärkte und ähnliches gibt es auch in Zündorf selbst.

Die Zündorfer sind von dem geplanten Neubaugebiet bisher nur mäßig begeistert. Es wurden klimatische Bedenken geäußert, denn wenn im Süden des Stadtteils statt Wiesen und Felder weitere Wohngebiete liegen, muss man an Sommerabenden damit rechnen, dass die Abkühlung viel langsamer vonstatten geht. Vor allem aber sieht man verkehrstechnische Probleme.Die Linie 7 endet ungefähr auf Höhe des derzeitigen Zentrums. Eine schon länger angedachte Weiterführung der Strecke Richtung Langel und Lülsdorf wäre wünschenswert, zumal der Autoverkehr für die Bewohner zu Stoßzeiten jetzt schon unerträglich ist.

Tatsächlich ist es in dem sonst so beschaulichen Zündorf derzeit kaum möglich, zu diesen Zeiten als Fußgänger die Straßen zu überqueren, so stark sind die schmalen Dorfstraßen frequentiert.

Zündorf ist ein beschauliches Dorf mit vielen Touristen, die an schönen Sommertagen die Halbinsel Groov im Rhein besuchen
Zündorf ist ein beschauliches Dorf mit vielen Touristen, die an schönen Sommertagen die Halbinsel Groov im Rhein besuchen

Die Zündorfer verlangen also nicht zu unrecht den längst fälligen Bau einer Umgehungsstraße und tatsächlich würde das Land NRW Gelder zur Verfügung stellen, wenn diese Maßnahme nicht nur den jetzigen Bewohnern zugute käme, sondern im Rahmen eines Neubaugebietes umgesetzt würde.

Wie geht es nun weiter? Im September und Oktober 2014 fanden zwei Workshops statt, einer mit Zündorfer Bürgern und einer mit Vertretern aus Politik, Wohnungswirtschaft sowie Vereinen und Kirche. Die Ergebnisse werden derzeit von der Architektur- und Planungsgesellschaft ANP zu dem Rohentwurf einer Wettbewerbsvorlage zusammengefasst, die dann im Frühjahr 2015 überarbeitet wird. Danach könnte ein städtebaulicher Wettbewerb starten.

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