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Ostasien am Kölner Stadtrand – der Japanische Garten

Mittwoch, 18. April 2012 8:28

Die letzten Tage war es ja so grau, dass ich das Thema lieber auf Eis gelegt habe – aber heute scheint die Sonne und so will ich meine Eindrücke vom Japanischen Garten in Leverkusen (ach nee, der liegt tatsächlich auf Kölner Gebiet!) loswerden:

Es ist jetzt eine gute Zeit, ihn zu besuchen, denn es blüht überall, die Gärtner legen den Figuren wieder Blumen in die Hände, die Durchblicke sind luftig – ein wirklich schöner Ort!

Carl Duisberg hat den Garten nach einem Aufenthalt in Japan 1926 angelegt, denn die Gärten dort haben ihn sehr beeindruckt. Inzwischen umfasst er 15.000 Quadratmeter und birgt allerlei Schätze: das Teehaus, Skulpturen von Tieren, Menschen und Gottheiten, prachtvolle Pflanzen, rot lackierte Tore und Brücken, liebevoll gepflegte Beete und Wege, Wasserspiele und Miniaturlandschaften.

Der Japanische Garten öffnet morgens um 9 Uhr, er ist öffentlich zugänglich und bei den Bayer-Beschäftigen ein begehrter Mittagspausenort. Am Wochenende ist er ein beliebter Ort für den Sonntagsspaziergang und bietet Photoenthusiasten immer schöne Motive.

PS: Und wenn es noch so gehandhabt wird wie in meiner Jugend, dann sind im Winter alle Wasservögel der näheren und weiteren Umgebung hier versammelt, denn die vielen Gewässer im Garten sind ziemlich warm – so eine Art Weiterverwertung von Kühlwassersystemen der großen Fabrik ;-)

Ich habe Ihnen mal ein paar Eindrücke von meinem Ausflug in der letzten Woche mitgebracht – eine Reihe von Skulpuren und ein paar hübsche Blicke durch den Park:

Dramatische Tierszene

Geschmückte Göttin



Mit Blumen meditierend ...

Lampenträgerin

Wasserspenderin

Als Kind eine echte Herausforderung ...

Brücke fast ins Nirgendwo

Sonnenlicht und filigrane Schatten auf den Parkwegen

Das Teehaus hinter Kamelien

Thema: Ausflüge, Parks | Kommentare (0) | Autor: Heike

Ein Wahrzeichen verschwindet – wenn auch langsam

Donnerstag, 12. April 2012 13:54

W1 sagt Ihnen  nichts, oder? Selbst wenn Sie wie ich in Leverkusen aufgewachsen sein sollten, muss es Ihnen nichts sagen. Aber “Bayer-Hochhaus” – das ist Ihnen ein Begriff, nehme ich an. Anfang der 60er als Verwaltungszentrale der Bayer AG errichtet, war es für die Einwohner von Wiesdorf und Manfort sowie von der B8 oder dem Rhein aus das zweite Wahrzeichen Leverkusens neben dem Bayer-Kreuz.

Es gibt inzwischen schon seit einigen Jahren eine neue Konzernzentrale – das Hochhaus stand schon lange leer. Da der Plan, es als LED-Projektionsfläche und damit als Werbemedium zu nutzen nicht geklappt hat, steht nun der Abriss bevor. Aber nicht mal eben “Päng!” oder “Bumm!” mit Sprengstoff oder Abrissbirne – geht beides nicht. Sprengstoffeinsatz an Chemie-Fabrik? Lieber nicht. Abrissbirne neben Neubau? Auch nicht so toll. Deshalb wurde das Gebäude verhüllt. Hinter den Planen wird das Riesengebäude nun Stück für Stück demontiert. Und das kann dauern …

Vor rund 30 Jahren habe ich mal als Werkstudentin im vorletzten Stock bei der Öffentlichkeitsarbeit gejobbt – deshalb hat mich der verhüllte Koloss interessiert. Und hier kommen die Bilder, die ich gestern dazu gemacht habe.

So sieht ein entkerntes Hochhaus aus ...

Bayer-Hochhaus mit Kran




PS: Für alle, die sich fragen, warum “W 1″:

Alle Gebäude auf dem Bayer-Gelände heißen “Buchstabe + Zahl”.

Es gibt noch W 17, E 41 oder H 4 oder K 10, K 12 oder K 13 …

Hier kann man die Folie erkennen, die das Gebäude umhüllt

Die Folie ist zwar durchsichtig, kann aber das Sonnenlicht reflektieren ...


Thema: Architektur | Kommentare (2) | Autor: Heike

Hombroich im frühen Frühjahr – zauberhaft!

Mittwoch, 28. März 2012 9:24

Gerade erst kommen erste grüne Blattknospen zum Vorschein, auf den Wiesen liegt noch Laub, dazwischen leuchten Narzissen und Schachbrettblumen und darüber spannt sich ein blauer Frühlingshimmel.

So habe ich die Museumsinsel Hombroich am letzten Montag erlebt. Das Zusammenspiel von Natur und Architektur und Kunst wandelt sich mit den Jahreszeiten – schauen Sie nur, welch einen Schleier die gerade erst aufbrechenden Knospen der Buche über die Hecke werfen und wie filigran die Schatten auf der Mauer spielen.

Licht- und Schattenspiele auf Hombroich

Schachbrettblume

Solange die Bäume noch ziemlich kahl sind, bieten sich ganz andere Durchblicke auf dem Gelände als später im Jahr. Die leuchtenden Blütenkronen von Magnolien und Kirschen, weiß und rosa, setzen markante Punkte im Park. In manchen Pavillons spielt der strahlende Sonnenschein von draußen mit den Mauern und den Metallträgern der Glasscheiben. Der Mittelpunkt der Schnecke, ein dreieckiger, völlig leerer Raum, mit blauem, Himmel darüber, kontrastiert die weiche, farbige Landschaft von draußen, auch wenn man sie da ja gar nicht sieht. Die Metallträger der Fenster spielen Stern um Mittelachse – ein Spiegelkabinett ins Unendliche.

Asiatische Kunstwerke, monumentale Bilder, Steinskulpturen, Graphiken, Aquarelle, Metallinstallationen, eine farblich sortierte Bibliothek – die Vielfalt der Ausstellungsgegenstände ist enorm. Sie können ihnen ohne Sicherheitsabstand begegnen, sich ganz darauf ein lassen – oder vorbeigehen, wenn sie Ihnen heute nichts sagen. Vielleicht faszinieren sie Sie beim nächsten Besuch.

In der Scheune auf dem Gelände gibt es auch musikalische Veranstaltungen – Konzerte für Kinder und Erwachsene.

Die Museumsinsel Hombroich ist von Köln aus gut und schnell zu erreichen – sie liegt im Stadtteil Holzheim von Neuss. Von der Autobahn A 57 ist es die Abfahrt Neuss-Reuschenberg – die Museumsinsel Hombroich ist dann ausgeschildert. (Aber die meisten werden ja eh’ ein Navi benutzen …). Bitte beachten Sie, dass zur Zeit die A 57  bis zum 7. April noch teilweise gesperrt ist, wegen der abgebrannten Autobahnbrücke.

Ab 1.4.2012 kostet der Eintritt für Erwachsene 15 Euro, ermäßigt 7 Euro, Kinder bis sechs Jahren haben freien Eintritt. Auf der Website der Museumsinsel können Sie sich bei „Rundgang“ schon mal Appetit holen. Noch mehr Bilder bietet die Wikimedia- Seite .

Blick über das Gelände von Hombroich

PS: Obwohl ich schon vorher dort gewesen bin, war mir nicht bewusst, das das kleine Büffett, das in der Caféteria aufgebaut ist, im Preis inbegriffen ist. Das Personal freut sich aber über einen kleinen Obolus. Am Nachmittag gab es da sogar Kuchen …

Thema: Ausflüge, Museum, Parks | Kommentare (2) | Autor: Heike

Das Haydn-Institut in der Zentralbibliothek

Donnerstag, 22. März 2012 10:38

Heute Abend um 20 Uhr  wird in der Musikabteilung der Zentralbibliothek am Neumarkt eine Ausstellung zum Haydn-Institut hier in Köln eröffnet. Sie heißt: “Eine Haydn-Arbeit” und befasst sich vor allem mit der Gesamtausgabe aller Werke Haydns, die von dieser Institution herausgegeben wird. Das Erscheinen von Band 100 im letzten Herbst ist der Anlass für die Ausstellung.

Ein eher unbekanntes Institut kommt so mal mehr ins Rampenlicht. Zu Recht, wie ich meine.Ich hatte schon mal das Vergnügen, in der Bibliothek dort Briefbände zu durchforsten und habe die Freundlichkeit der Mitarbeiterinnen dort sehr genossen.

Der Eintritt zur Eröffnungsfeier heute Abend  ist übrigens frei und kostenlos – wenn Sie also noch nichts vorhaben … Neben Grußwort und Vorträgen wird Musik von Haydn gespielt und eine Führung gibt es auch noch.

Thema: Kultur, Musik | Kommentare (0) | Autor: Heike

Zweimal lachen – ein Euro

Freitag, 10. Februar 2012 16:46

Witze als Einnahmequelle

Auch wenn es bei diesem Schnappschuss nicht ganz rüberkommt: Allein seine Anwesenheit auf der Schildergasse zauberte schon ein Lächeln in manches Gesicht. Und – sein Angebot kam an!

Thema: Allgemeines | Kommentare (0) | Autor: Heike

Die Musikpause am Donnerstag

Donnerstag, 9. Februar 2012 15:40

Philharmonie-Lunch, nein, das ist kein Menüvorschlag, sondern ein kostenloses Angebot der Kölner Philharmonie: Donnerstags um 12:30 Uhr gibt es eine halbe Stunden Musikprogramm gratis. Hier kann man schauen, wer wann was spielt – und dann heißt es nur noch, da sein, warten und genießen. Das mit dem Warten sag ich deshalb, weil sich schon eine Viertelstunde vor Beginn die Besuchermengen drängen – die Treppen sind voll, vor den Türen ist es eng – aber keine Sorge: alle finden einen Platz. Auch die, die entspannt erst kurz vor Beginn kommen.

Oft sind diese halbstündigen Veranstaltungen eine Vorstellung für ein bevorstehendes Konzert, z. B. beim Gürzenich-Orchester oder dem WDR-Rundfunksinfonie-Orchester. Dazu kommen Projekte mit Schulen oder der Musikhochschule. Aber auch Künstler, die hier “nur” gastieren, stellen Ausschnitte aus ihrem Programm vor – ein bisschen zum Anfüttern, vielleicht.

So auch heute: Cameron Carpenter, der ziemlich schrille Organist aus Amiland spielte v. a. Bach auf der Orgel – aber wie!  Einen Satz aus der ersten Cello-Sonate im Pedal, zwei Präludien und Fugen in schier aberwitzigem Tempo … Also, darüber könnte ich mich jetzt länger auslassen. Besser ist es, wenn Sie heute Abend noch nichts vorhaben, selbst in die Philharmonie zu gehen und sich von der Vielseitigkeit der Orgel überzeugen zu lassen.

Ich habe es jetzt erst zwei Mal geschafft, dieses Angebot wahrzunehmen und bin begeistert. Ich lasse mich da gern überraschen – ich schau also nicht vorher ins Programm. Ach ja – in der Tipps- und Termine-Beilage des Kölner Stadt-Anzeiger und der Kölnischen Rundschau finden Sie den Philharmonie-Lunch auch, donnerstags.

Thema: Kultur, Musik | Kommentare (0) | Autor: Heike

Regionale 2010 – RegioGrün – es tut sich was an der Isenburg!

Montag, 6. Februar 2012 14:07

Das Geld ist schon lange zugesagt, Baumaterial lag auch schon eine Weile rum und Donnerstagabend entdeckte ich ein großes Schild, wozu das alles: Die Kultur- und Landschaftsachse Strunder Bach nimmt auch in Holweide Gestalt an.

Baustellenschild an der Isenburg

Aber der Reihe nach: Im Jahre 2007 veröffentlichte die Stadt Köln einen ersten Überblick über die geplante Achse entlang des Strunder Bachs. An vier Stellen des Bachlaufs von Herrenstrunden bis zur ehemaligen Mündung in den Rhein bei Mülheim sollten „Lupenräume“ entstehen, also quasi Nahaufnahmen vom ehemals „fleißigsten Bach Deutschlands“. Signifikante Orte wurden dazu ausgewählt: das Stundedelta, „Wo die Strunde untergeht“, „Kreuzwasser“ und eben auch „Landschaftspark Isenburg“. Es gab Ausschreibungen und Preise und erste Spatenstiche. An der Isenburg gab es erst mal nur zwei Schilder, die auf den geplanten Lupenraum hinwiesen.

Die Isenburg ist ein Beispiel dafür, dass der mit Mühlen reichlich gesäumte Bach für wirtschaftlichen Aufschwung sorgte: Sie ist eine von sechs Burgen oder Herrenhäusern, die deshalb auf der nicht so sehr langen Bachstrecke zu finden sind (von Herrenstrunden bis Mülheim legt die Strunde gerade mal 18,5 km zurück). Die Burg ist bereits im 14. Jahrhundert bezeugt; das Herrenhaus ist allerdings erst im 19. Jahrhundert entstanden.

Schild zum Lupenraum an der Isenburg

Lupenraumschild an der Isenburg.

Die Regionale 2010 ist ja ein größer dimensioniertes Projekt – und da soll auch die Gestaltung der Kultur- und Landschaftsachse Stunder Bach reinpassen. Sie ist Bestandteil des Konzeptes RegioGrün und ist als Radiale zu den Grüngürteln der Stadt Köln gedacht – ein dritter Grüngürtel für die Stadt nur eben nicht außen drum rum sondern mitten durch. Linksrheinisch wird er dann fortgesetzt mit mit der Erftaue und der Ville. So soll der Übergang der Stadt Köln in die angrenzenden Bereiche gestaltet werden und zwar mit Freuräumen (ach, das lass’ ich jetzt so stehen, auch wenn „Freiräume“ gemeint war …) . Freiräume werden durch die Zersiedelung (Wohn- wie Arbeitsplatzbebauung) immer kostbarer – sie zu sichern und zu gestalten, ist (nicht nur) für Köln ein wichtiger Standortfaktor, da er die Lebensqualität beeinflusst.

Genug referiert. Momentan herrscht ja Frost, da steht an der neu errichtete Baustelle alles still, aber auf jeden Fall tut sich was. Es sind, das habe ich heute erst richtig wahrgenommen, auf der Wiese neue Bäume gepflanzt – die Zeitangabe November 2011 scheint also zu stimmen … Mal sehen, ob im April 2013 dann auch alles fertig ist.

Baumanpflazungen auf der Wiese vor der Isenburg

Thema: Kultur, Parks, Stadtteile | Kommentare (1) | Autor: Heike

Literaturquelle rechtsrheinisch – kostenlos

Donnerstag, 5. Januar 2012 17:07

Bücherschrank in Dellbrück

Seit Mitte Juni – ich musste es eben nachlesen – gibt es in Dellbrück in der Nähe der Haltestelle Dellbrücker Hauptstraße einen Bücherschrank. Draußen. Das Prinzip ist bekannt: Wer bestimmte Bücher nicht mehr bei sich behalten möchte, kann sie hier einstellen. Wer sich für einen (oder mehrere) Titel interessiert, kann das entsprechende Buch mit nach Hause nehmen und entweder behalten oder nach dem Lesen wieder zurückstellen. Das klappt im Großen und Ganzen sehr gut. Die Gefahr, dass alle nur völlig abgegriffene Taschenbücher von Anno Tobak mit Kellerodeur oder mit Wasserschäden und zerrissenem Buchdeckel abladen, wird durch engagierte Menschen unterbunden, die hingehen und solche Sachen flugs entfernen. Außerdem klärte eine Zeitlang ein Schild über Sinn und Zweck auf – kultureller Austausch, jawohl.

Nein, ich will mich darüber gar nicht mokieren. Auch ich habe schon einiges gefunden und gelesen und sogar auch schon was behalten. Allerdings habe ich die Gelegenheit genutzt, dass jemand die alten Berte-Bratt-Schätzchen aussortiert hat und habe da noch mal ein bisschen der Nostalgie gepflegt. Das Gros der Bücher ist schon eher so „Gebrauchsliteratur“ – einschließlich veralteter PC-Bücher; die „hohe Literatur“ ist seltener vertreten. Das heißt wohl, dass die Menschen die lieber zu Hause behalten …

Auf jeden Fall ist die Fluktuation recht hoch – es lohnt sich durchaus, in Lesestoffmangelphasen mehrfach die Woche vorbeizuschauen.

Auch Kinder finden Lesestoff im Dellbrücker Bücherschrank

Das als Kinderfach bezeichnete unterste Regalbrett wird meist doch von Erwachsenenliteratur belegt, was daran liegen mag, dass größere Mengen an Kinder- und Jugendliteratur selten vorkommen.

Ein weiteres Ziel sollte ja die Kommunikation, der Austausch vor Ort sein. Das klappt auch, ich kann es bestätigen. Bei mir steht noch ein Besuch im Nachbarort aus, denn ich traf vor ein paar Wochen eine alte Dame, der ich von meinem Interesse an Mädchenliteratur (bitte bis nach unten scrollen …) erzählte und die mir daraufhin von einem Buch mit Gedichten für Mädchen erzählte, das ihre Mutter als junges Mädchen zum Geschenk erhielt – ob mich das interessiere? Und ob! Ich bin gespannt.

Auch eigene Bücher habe ich schon im Regal deponiert. Das fällt mir leichter, als überlebte Bücher ins Altpapier zu geben. Bevor ich diese Möglichkeit vor der Nase hatte, habe ich Bücher im Krankenhaus Holweide abgegeben – vor der Kapelle steht ein Regal mit dem gleichen Sinn und Zweck und derselben Funktionsweise wie der Dellbrücker Bücherschrank.

Es gibt – auch in Köln – noch mehr solcher Schränke; eine unvollständige Liste für Deutschland hält Wikipedia bereit. Nicht nur eine Liste sondern die Geschichte der Bücherschränke in Köln gibt es beim Projekt Eselsohr der Bürgerstiftung Köln.

Thema: Bildung, Freizeit | Kommentare (2) | Autor: Heike