Beitrags-Archiv für die Kategory 'Bildung'

Morphomata

Mittwoch, 11. Januar 2012 16:50

Das Institut Morphomata im Weyertal

Das Institut Morphomata im Weyertal

Im letzten Herbst kam ich an diesem hübschen Gebäude vorbei. Ach, da hing ja auch ein Schild, um mir mitzuteilen, wer hier residiert. Und zwar handelt es sich um das Internationale Kolleg Morphomata der Universität zu Köln. Ah ja.

Manche Leute werfen Akademikern sowieso vor, ein bisschen abgehoben zu sein oder auch völlig neben der Realität herzuleben und die Erklärung, was das Institut denn nun macht, wird sie davon nicht abbringen. Man beschäftigt sich nämlich mit der Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen.

Arbeitet man sich auf der Website allerdings weiter vor, erfährt man mehr: “Jährlich bis zu 10 Fellows aus aller Welt forschen gemeinsam mit Kölner Wissenschaftlern zu Fragen kulturellen Wandels. Geleitet wird das Center for Advanced Studies von Günter Blamberger (Neuere deutsche Literaturwissenschaft) und Dietrich Boschung (Klassische Archäologie). Im Dialog mit internationalen Wissenschaftlern gibt das Kolleg geisteswissenschaftlicher Forschung einen neuen Ort – ein Denklabor, in dem unterschiedliche disziplinäre und kulturelle Perspektiven verhandelt werden.”

Das klingt, wie ich finde, sehr interessant. Und übermorgen, am 13. Januar 2012, informieren die Fellows über ihre aktuellen Studien beim Fellowtag, hier das Programm:

09.00 Masashi Oishi (Köln)
The Logic of Imagination – Dialectics of Objectification and Signification

11.00 Reinhard Förtsch (Köln)
From Robert Cawdrey to Big Classics Data

14.00 Manfred Hostmanshoff (Leiden)
Das Schweigegelöbnis im Hippokratischen Eid und in anderen griechischen medizinischen Schriften

16.00 Steffen Siegel (Jena)
Fotografie in der Sackgasse? Über Anfangsprobleme eines Bildmediums

Außerdem finden in nächster Zeit noch zwei Workshops unter der Beteiligung der Morphomata-Leute statt, eines über Venus als Muse in Köln und eines über die archäologischen Imaginationen von Dichtern in Metz.

Das Institut befindet sich im Weyertal 59 (Rückgebäude), in 50937 Köln.

Thema: Architektur, Bildung, Kultur | Kommentare (0) | Autor: Petra

Literaturquelle rechtsrheinisch – kostenlos

Donnerstag, 5. Januar 2012 17:07

Bücherschrank in Dellbrück

Seit Mitte Juni – ich musste es eben nachlesen – gibt es in Dellbrück in der Nähe der Haltestelle Dellbrücker Hauptstraße einen Bücherschrank. Draußen. Das Prinzip ist bekannt: Wer bestimmte Bücher nicht mehr bei sich behalten möchte, kann sie hier einstellen. Wer sich für einen (oder mehrere) Titel interessiert, kann das entsprechende Buch mit nach Hause nehmen und entweder behalten oder nach dem Lesen wieder zurückstellen. Das klappt im Großen und Ganzen sehr gut. Die Gefahr, dass alle nur völlig abgegriffene Taschenbücher von Anno Tobak mit Kellerodeur oder mit Wasserschäden und zerrissenem Buchdeckel abladen, wird durch engagierte Menschen unterbunden, die hingehen und solche Sachen flugs entfernen. Außerdem klärte eine Zeitlang ein Schild über Sinn und Zweck auf – kultureller Austausch, jawohl.

Nein, ich will mich darüber gar nicht mokieren. Auch ich habe schon einiges gefunden und gelesen und sogar auch schon was behalten. Allerdings habe ich die Gelegenheit genutzt, dass jemand die alten Berte-Bratt-Schätzchen aussortiert hat und habe da noch mal ein bisschen der Nostalgie gepflegt. Das Gros der Bücher ist schon eher so „Gebrauchsliteratur“ – einschließlich veralteter PC-Bücher; die „hohe Literatur“ ist seltener vertreten. Das heißt wohl, dass die Menschen die lieber zu Hause behalten …

Auf jeden Fall ist die Fluktuation recht hoch – es lohnt sich durchaus, in Lesestoffmangelphasen mehrfach die Woche vorbeizuschauen.

Auch Kinder finden Lesestoff im Dellbrücker Bücherschrank

Das als Kinderfach bezeichnete unterste Regalbrett wird meist doch von Erwachsenenliteratur belegt, was daran liegen mag, dass größere Mengen an Kinder- und Jugendliteratur selten vorkommen.

Ein weiteres Ziel sollte ja die Kommunikation, der Austausch vor Ort sein. Das klappt auch, ich kann es bestätigen. Bei mir steht noch ein Besuch im Nachbarort aus, denn ich traf vor ein paar Wochen eine alte Dame, der ich von meinem Interesse an Mädchenliteratur (bitte bis nach unten scrollen …) erzählte und die mir daraufhin von einem Buch mit Gedichten für Mädchen erzählte, das ihre Mutter als junges Mädchen zum Geschenk erhielt – ob mich das interessiere? Und ob! Ich bin gespannt.

Auch eigene Bücher habe ich schon im Regal deponiert. Das fällt mir leichter, als überlebte Bücher ins Altpapier zu geben. Bevor ich diese Möglichkeit vor der Nase hatte, habe ich Bücher im Krankenhaus Holweide abgegeben – vor der Kapelle steht ein Regal mit dem gleichen Sinn und Zweck und derselben Funktionsweise wie der Dellbrücker Bücherschrank.

Es gibt – auch in Köln – noch mehr solcher Schränke; eine unvollständige Liste für Deutschland hält Wikipedia bereit. Nicht nur eine Liste sondern die Geschichte der Bücherschränke in Köln gibt es beim Projekt Eselsohr der Bürgerstiftung Köln.

Thema: Bildung, Freizeit | Kommentare (2) | Autor: Heike

Das Museum für angwandte Kunst und warum es mir nicht gefällt

Samstag, 13. August 2011 16:11

Das Museum für angewandte Kunst in Köln

Ich gestehe: Ich war bis gestern noch nie drin, im Museum für angewandte Kunst. Dabei interessiert mich das Thema eigentlich.

Gestern also frühstückte ich erst, um auch Kraft genug für die Besichtigung zu haben und entdeckte dabei das Highlight des Museums: den Innenhof, der als Biergarten für das Kaffeehaus Holtmann’s dient. Hier kann man frühstücken, Kaffee und Kuchen bekommen oder zu Mittag oder Abend essen. Gestärkt mit einem Künstler-Frühstück brach ich zur Besichtigung auf.

Auf dem Weg zum Café durchquert man schon das riesige Foyer, das recht beeindruckend gestaltet ist. Hier dreht sich alles um Design, z. B. an der Riesenregalwand über mehrere Etagen, in der verschiedene Gegenstände wie Möbel präsentiert werden.

Im Moment wird renoviert und daher ist die obere Etage nicht oder nur teilweise zugänglich. Das war mir nur recht, da ich sowieso nicht gern stundenlang durch Museen laufe und daher nur einen Ausschnitt besichtigen wollte. In der ersten Etage befindet sich die reguläre Ausstellung mit Gegenständen vom Mittelalter bis zum Jugendstil. Ich bewegte mich rückwärts in der Zeit und erfreute mich erstmal am Jugendstil, der mich fasziniert: Einerseits gab es ganz gradlinige Strukturen, wie die kubischen Sessel, andererseits die oft verschnörkelten und geradezu kitschigen Designs.

Das Museum präsentiert eine große Auswahl von Gegenständen: Zimmereinrichtungen, verschiedene Glasgegenstände wie Vasen, Trinkgefäße und Schalen, Keramik, Bilder, Schmuck und vieles mehr. Während ich mich langsam von Raum zu Raum vorarbeitete, wurde ich immer unzufriedener. Das liegt nicht an den schönen und hochinteressanten Ausstellungsstücken, sondern an der Präsentation. Kleine Schildchen geben Auskunft über das Herstellungsdatum, die Herstellungsweise und das Material des Stücks. Bei der Herstellungsweise bin ich schon überfordert – wer kennt sich schon mit den verschiedenen Techniken bei der Herstellung von Glaswaren aus? Ich hätte diese also aufschreiben und nachrecherchieren müssen.

Bei einem Schrank mit vielen vielen kleinen Schubladen und Fächern hätte mich interessiert, was man wohl üblicherweise darin aufbewahrt hat. Ein anderer Schrank war mit wunderbaren Intarsien-Arbeiten versehen, deren Muster etwas an den Künstler Escher erinnerten – jedoch war der Schrank deutlich älter als der 1898 geborene Niederländer. Waren solche Muster damals üblich? Was stellten sie dar?

Ein kleiner Informationstext zu einer großen Auswahl von Ringen wies darauf hin, dass ein Ring ja verschiedene Bedeutungen haben kann; ein Liebespfand, einfacher Schmuck usw. Statt dann wenigstens an einigen Exemplaren darzustellen, welchen Zweck sie erfüllt hatten, wurden die Ringe jedoch wieder nur mit kurzer Materialkunde und Jahreszahl gezeigt.

Nach der Hälfte der Exponate ging ich dann nur noch flott durch die einzelnen Räume und sah mir in jedem ein oder zwei Teile an, die mir gefielen.

Ja, heute erwartet man von einem Museum einfach mehr als nur das Ausstellen irgendwelcher Dinge.

Danach war die Sonderausstellung “Unpolished” über Junges Design aus Polen an der Reihe. Hätte ich nicht meine Museums-Jahreskarte und hätte die 3,50 Euro für das Ticket bezahlen müssen, ich hätte mich wirklich geärgert. Zum Einen waren es nur wenige Exponate, vielleicht 20, wenn man ganze Serien wie ein Set aus Schüsselchen als einzelnes Ausstellungsstück rechnet. Mir persönlich hat auch kaum ein Teil gefallen, bis auf die Spitzendeckchen aus Keramik vielleicht und drei der Lampen. Eventuell noch die Holzklammern mit eingearbeitetem USB-Stick. Alles andere war irgendwie recyclet oder in etwas ungewöhnlicher Form, wie die Gewürzbehälter, die wie Reagenzgläser aussehen, bei denen man das normalerweise abgerundete Ende ein bisschen unregelmäßig und spitz gestaltet hat. Das ist weder schön noch praktisch, nur irgendwie anders.

Zum Schluss drehte ich noch eine Runde durch die Design-Abteilung. Hier gefiel mir, dass sich den ganzen Raum entlang an der Wand eine Zeit-Linie zieht, in der zu jedem Jahr einige geschichtliche Fakten genannt werden und gelegentlich auch bestimmte Design-Informationen geliefert werden. Das hätte man jedoch auch noch deutlich konsequenter machen können. Hier war es nett, verschiedene Designs eines Gerätes nebeneinander zu sehen, z. B. etliche Radio-Apparate, Büro-Stühle usw.

Fazit: Das Museum ist sicher sehenswert und da ich nicht alles besichtigen konnte, kann ich auch kein abschließendes Urteil bilden. Aber die Sonderausstellung enttäuschte, ebenso wie die Präsentation der Objekte, zu denen der Besucher viel zu wenig Informationen erhält.

Thema: Bildung, Kultur, Museum | Kommentare (0) | Autor: Petra

Köln und andere Kulturen besser kennenlernen mit Kulturklüngel und Grenzgang

Dienstag, 28. Dezember 2010 14:49

Heute habe ich zwei Tipps für euch, die mit anderen Kulturen zu tun haben.

Kulturklüngel - fremde Kulturen kennenlernen

Kulturklüngel - fremde Kulturen kennenlernen

Von Kulturklüngel habe ich zum ersten Mal in der Kölner Lokalzeit im WDR Fernsehen gehört. Dort hatte einer der Journalisten eine Tour mitgemacht, die regelmäßig in Köln veranstaltet werden. Die Teilnehmer kehren dabei in Geschäften oder auch mal zu Hause bei anderen Kulturen ein. Dabei werden Häppchen aus dem jeweiligen Land gereicht oder etwas vorgeführt und alle Gäste waren nachher begeistert. Neben solchen Touren, die manchmal ein buntes Gemisch von Ländern vorstellen, manchmal aber auch eine bestimmte Region oder einen Kontinent zum Thema haben, veranstaltet der Kulturklüngel aber auch Kurse, z. B. einen Yoga-Kurs oder einen Schnupperkurs über die Sprachen, die in Malaysia, Indonesien und dem Süden Thailands gesprochen werden.

Kulturklüngel im Internet: http://kulturkluengel.de
Kulturklüngel bei Facebook: http://www.facebook.com/kulturkluengel

Grenzgang - Infoveranstaltungen und Kurse rund ums Reisen

Grenzgang - Infoveranstaltungen und Kurse rund ums Reisen

Tipp Zwei habe ich über den Kulturklüngel entdeckt, die beiden Organisationen arbeiten zusammen, es handelt sich um Grenzgang. Auch beim Grenzgang dreht sich alles um Kulturen und die Veranstaltungen finden in Köln, Düsseldorf und Aachen statt. Was gibt es zu erleben? Das erste sind die Live-Reportagen, das sind aufwändig gestaltete Dia- bzw. Multimedia-Vorträge über verschiedene Länder und Regionen. Weiterhin gibt es Dinner-Shows, hier genießt man das Essen einer Kultur während man durch Lesungen mehr über das entsprechende Land erfährt. Das Kursprogramm ist ausgesprochen abwechslungsreich: Foto-Workshops, Bollywood-Tanz, Zeichnen und Aquarellieren auf Reisen und Yoga gehören zum Angebot. Bei den Touren wird mit dem oben erwähnten Kulturklüngel kooperiert, außerdem können Gäste an GPS-Stadtrallyes teilnehmen, sich über Vulkanismus in der Eifel informieren und so einiges mehr.

Grenzgang im Internet: http://www.grenzgang.de
Grenzgang bei Facebook: http://www.facebook.com/pages/grenzgang-Kulturveranstaltungen-rund-ums-Reisen/192072157110

Thema: Bildung, Essen - Trinken - Ausgehen, Freizeit, Kultur | Kommentare (0) | Autor: Petra

Eintrittspreise der Kölner Museen erhöht

Donnerstag, 4. November 2010 17:00

Raumbild Lebensräume - Lebensformen: Türkei - Der Empfang von Gästen - Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt - Foto: Martin Claßen und Arno Jansen, Köln

Raumbild Lebensräume - Lebensformen: Türkei - Der Empfang von Gästen - Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt - Foto: Martin Claßen und Arno Jansen, Köln

Seit gestern, Mittwoch den 3. November 2010, haben die Museen in Köln die Eintrittspreise erhöht, und zwar recht ordentlich. Die beiden neu gestalteten Museen sind fast doppelt so teuer geworden: Das Rautenstrauch-Joest-Museum hat von 3,20 auf 6,00 EUR erhöht, das Museum Schnütgen von 3,20 auf 5,00 EUR. Noch teurer sind das Wallraf-Richartz-Museum (früher 5,80 EUR, jetzt 7 EUR) und das Museum Ludwig (Erhöhung von 9,00 auf 10,00 EUR). Das Römisch-Germanische Museum kostet jetzt runde 5 EUR (vorher 4,30 EUR), ebenso wie das Museum für Angewandte Kunst, das Museum für Ostasiatische Kunst und das Kölnische Stadtmuseum, dort zahlte man bisher 4,20 EUR.

Das Jahresticket für alle Kölner Museen inklusive der Sonderausstellungen ist jetzt für 80 EUR zu haben, das habe ich vor zwei Wochen noch für 68 EUR bekommen.

Alle neuen Preise, auch des NS-Dokumentationszentrums, der Archäologischen Zone, der Kombitickets und Familientickets usw. findet ihr in der Pressemitteilung der Stadt Köln:
http://www.stadt-koeln.de/1/presseservice/mitteilungen/2010/05087/ und natürlich auf den Webseiten der Museen.

Das neue Rautenstrauch-Joest-Museum hat seinen höheren Eintrittspreis übrigens unbedingt verdient – die Austellung ist modern, informativ und abwechslungsreich – kein Vergleich mit dem früheren Museum!

Thema: Bildung, Freizeit, Kultur, Museum | Kommentare (0) | Autor: Petra

Kostenlose Vorträge für alle an der Universität Köln

Freitag, 8. Oktober 2010 13:19

Die Universität zu Köln bietet kostenlose Vorträge an

Die Universität zu Köln bietet kostenlose Vorträge an

Unter dem Titel “Projekt Weltwissen” veranstaltet die Uni Köln in jedem Semester Vorträge zu aktuellen oder zeitlosen Themen. Wechselnde Gastreferenten stellen im Zwei-Wochen-Rhythmus ihre Sicht auf das jeweilige Gebiet vor und diskutieren mit dem Publikum. Die Vorlesungen sind öffentlich und kostenlos.

Das Programm startete im letzten Sommersemester und geht jetzt im Oktober weiter.

Thema Eins ist “das Gehirn”: Welche Methoden haben wir, unser Gehirn zu erkunden? Welche Therapiemöglichkeiten, wenn es erkrankt? Und welche Folgen haben die Erkenntnisse der Hirnforschung für unser Bild vom Menschen und seiner Willensfreiheit?

Am 14.10.2010 findet der erste Vortrag statt. Dozentin ist Prof. Dr. Katrin Amunts und sie erstellt eine Landkarte des Gehirns. Dabei geht es insbesondere um Sprache, Denken und Neuroanatomie.

Thema Zwei ist “Arbeit”: Was bedeuten Arbeit und Arbeitslosigkeit für den Einzelnen? Wann macht Arbeit krank und wie kann man dem Phänomen Bournout entkommen? Haben sich Formen und Vorstellungen von Arbeit durch die Jahrhunderte gewandelt? Wie funktioniert der Arbeitsmarkt und wie entwickeln sich derzeit Sozialstaat und Armut?

Am 21.10.2010 spricht Dr. Steffen J. Roth über das Thema “Humankapital zu verkaufen – Die Ökonomik der Arbeit”.

Das Programm für das komplette Semester ist hier zu finden:
http://www.weltwissen.uni-koeln.de/index.php?id=11485

Die Vorträge finden von 19:30 bis 21:00 Uhr im Hörsaal I des WiSo-Gebäudes statt.

Thema: Bildung, Freizeit, Kultur | Kommentare (0) | Autor: Petra